Ditz-Dilemma: Muss er gehen?

ÖIAG-BOSS Ditz kommt als Oberaufseher bei Telekom Austria & AUA immer mehr unter Druck. Und FP-Macher Prinzhorn sägt gemeinsam mit ÖIAG-Chefaufseher Heinzel eifrig an seinem Sessel. Muss Ditz gehen?
Als ambitioniertem Hobbykicker und glühendem Rapid-Fan sind Johannes Ditz, 49, keine spielerischen Mätzchen fremd. Seit einigen Monaten muss der ehemalige VP-Wirtschaftsminister nun um sein eigenes Leiberl laufen. Bislang aber konnte sich Dribbelkünstler Ditz mit bemerkenswerter Raffinesse durch die gegnerischen Reihen tanken. Nun aber muss der Kicker zum Feuerwehrmann mutieren. Denn im Beteiligungsreich der ÖIAG schlagen an allen Ecken und Enden die Flammen hoch. Bekommt Ditz die Brandherde nicht rasch in den Griff, ist auch sein eigener Managervertrag in Gefahr.
Feuer am Dach ist bei der Telekom Austria (TA),
...wo Ditz den Aufsichtsrat präsidiert. Nach dem völlig verpatzten Börsegang, dem finanziellen Milliardendebakel des abgelaufenen Geschäftsjahres und den endlosen Diskussionen um die Neubesetzung des Vorstandes herrscht das pure Chaos.
Nicht zur Ruhe kommt auch die AUA,
...wo Ditz ebenfalls als Aufsichtsratsvorsitzender agiert. Vor allem die FP-nahen Mitglieder des ÖIAG-Aufsichtsrates – die Staatsholding hält am Luftfahrtkonzern 39,7 Prozent – verlangen unverhohlen eine Ablöse des AUA-Vorstandsduos Herbert Bammer und Mario Rehulka.
Auch in der ÖIAG selbst personell zur Sache
Nach der vom FP-nahen ÖIAG-Aufsichtsratspräsidenten Alfred Heinzel und seinem Mentor Thomas Prinzhorn generalstabsmäßig betriebenen Demontage Rudolf Streichers wurde Anfang Februar ein ÖIAG-Vorstandsmandat ausgeschrieben. Nach dem Kalkül des „Vereins der Freunde Prinzhorns“ (VdP) soll dieser
Posten mit einem Hochkaräter besetzt werden, um so Ditz zur „freiwilligen“ Aufgabe zu bewegen.
Ditz als Koalitionsfrage
Zumindest seitens der blauen Regierungsseite ist die Marschroute klar. Ein FP-naher ÖIAG-Aufsichtsrat: „Schafft es Ditz nicht, rasch bei AUA und Telekom Austria Erfolge nachzuweisen, muss er selbst um seinen Job bangen.“
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