Donnerstag, 12. April 2001

Olympia-Gold war Höhepunkt ihrer Karriere

Sie war die Vorletzte des Goldenen Zeitalters, die Österreichs Eiskunstlauf auf dem glatten Parkett international erfolgreich vertrat. Nach ihr holte nur noch Claudia Kristofics-Binder 1982 ein Goldene (EM).

Sie, das ist Beatrix Schuba. Die "Trixi", wie sie alle nennen, feiert am Oster-Sonntag ihren 50. Geburtstag. Die Wienerin (geb.: 15. April 1951) steuerte während ihrer Glanzzeit bei Großereignissen nicht weniger als fünf der 87 Goldmedaillen bei, die die rot-weiß-rote Kufenzunft von 1882 bis 1982 heimbrachte. Schuba war je zwei Mal Europa- und Weltmeisterin sowie ein Mal Olympiasiegerin.

Immer bescheiden geblieben
Andere hätte man bei dieser Erfolgsbilanz in Gold aufzuwiegen versucht. Die stets eher bescheiden wirkende "Trixi" war selbst nach ihrem Triumph bei den Winterspielen 1972, übrigens die einzige Goldene für Österreich in Sapporo, weit davon entfernt. Einerseits weil ihr Sieg in Japan im Donnergetöse um die durch IOC-Präsident Avery Brundage initiierte Disqualifikation von Skistar Karl Schranz fast unterging und viele der Meinung waren, das gesamte ÖOC-Aufgebot hätte aus Protest vorzeitig nach Hause fahren sollen. Und andererseits, weil Schubas Erfolge vor allem auf die damals noch hoch bewertete Pflicht gründeten.

Schuba als Figuren-Kaiserin
Die Pflicht, das war damals jener Teil des Eiskunstslaufs, in dem es darauf ankam, präzise Figuren auf das Eis zu zeichnen. Keine legte die Schlingen-Paragraphen und wie die Übungen alle hießen so exakt wie die Österreicherin hin. Aber die Publikumswirksamkeit war so gut wie null. Der große Beifall gehörte den flitterstrahlenden Springerinnen im abendlichen Scheinwerferlicht. Nur Schuba war auf ihrem Spezialgebiet einfach so überragend, dass sie in ihrer Glanzzeit auch durch eine schwächere Kürleistung nicht am Siegen zu hindern war.

Nach Amateur-Laufbahn zu "Holiday on Ice"
Heute hat die Pflicht längst ihre Schuldigkeit getan, wurde vom Programm überhaupt gestrichen und ist aus Schubas Sicht nur noch eine schöne Erinnerung. Auch Trixi, der man nach Sapporo nicht in ihrer Heimatstadt, sondern in Linz einen großartigen Empfang bereitete. Er entschädigte sie für vieles. Nach Beendigung ihrer Amateur-Laufbahn ging sie wie fast alle Großen zur Revue in die USA, wo sie sechs Jahre in der Holiday on Ice-Truppe ihr Geld verdiente, kehrte dann in ihre Heimatstadt Wien zurück und arbeitet heute für ein großes Versicherungsunternehmen als Angestellte. Ihrem Sport ist Trixi noch heute eng verbunden. Sie gehört dem Vorstand des WEV an.

Beatrix "Trixi" Schuba
Geboren am 15. April 1951 in Wien

Größte Erfolge
Olympiasiegerin 1972 in Sapporo
Weltmeisterin 1971 und 1972
WM-Zweite 1969 und 1970
Europameisterin 1971 und 1972
EM-Zweite 1969 und 1970
EM-Dritte 1968

12.4.2001 14:16