Freitag, 13. April 2001

Athleten stehen hinter Turetski

Australiens Schwimmer haben sich hinter den in einen Dopingskandal verwickelten Trainer Gennadi Turetski gestellt. Zudem sprach Premierminister John Howard den Schwimmern das Vertrauen aus und sagte ihnen Unterstützung zu.

Turetski muss sich am Donnerstag wegen illegalen Besitzes von Anabolika vor einem Gericht verantworten. Er war am Dienstag von seinem Trainingsamt am australischen Sportinstitut in Canberra (AIS) suspendiert worden. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Sperre.

Um Kritik aus dem Ausland vorzubeugen, wurden am Mittwoch Ergebnisse von Dopingtests australischer Spitzenschwimmer veröffentlicht. So ist allein Turetskis Schützling Michael Klim (Bild) 47 Mal überprüft worden, seitdem er in Canberra trainiert. Dabei handelt es sich ausschließlich um die Tests, die unter Aufsicht der australischen Dopingbehörde durchgeführt worden sind. Dazu kommen noch die Proben bei internationalen Veranstaltungen.

Thorpe unterstützt Klim
Der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Klim erklärte am Mittwoch am Beckenrand in Canberra, er sei erschüttert und enttäuscht. Im Gespräch mit ihm habe sich Turetski entschuldigt. Klim hatte auch einen Anruf von Australiens derzeitigem Superschwimmer Ian Thorpe erhalten, in dem dieser ihm seine Unterstützung versprach. Der ebenfalls in Canberra lebende und trainierende Russe Popow erschien nicht zum Training. Das Mitglied der IOC-Athletenkommission erklärte aber schriftlich, er wolle auch in Zukunft mit Turetski arbeiten.

Gefundenes Steroid veraltet
In Australien hielten sich am Mittwoch weiterhin hartnäckig Gerüchte, dass Turetski möglicherweise hereingelegt worden ist. Das in einem aus seinem Haus gestohlenen Safe gefundene anabole Steroid Stanozolol gilt als altmodisch und leicht nachweisbar. Daher halten es Experten für fast ausgeschlossen, dass ein so hochkarätiger Trainer wie der aus Russland stammende 51-Jährige ein solches Mittel einsetzen könnte.

13.4.2001 12:14