Donnerstag, 12. April 2001

Tor in der 89. Minute rettete Rapid vor Cup-Blamage

Die Erleichterung nach dem Schlusspfiff in Kapfenberg und dem mit 3:2 fixierten Aufstieg ins Viertelfinale des "Memphis"-Fußball-Cups war Ernst Dokupil deutlich anzusehen. Zehn Minuten zuvor hatte der Rapid-Sportdirektor noch deutlich betretener von seiner Betreuerbank geblickt.

Denn durch das 2:2 von Rosenbichler (83.) war die 2:0-Pausenführung der Grün-Weißen dahin gewesen, und Rapid stand nach Zingler-Rot mit einem Mann weniger auf dem Platz vor dem Out. Das Kopfballtor von Schießwald (89.) ließ den Kelch der Cup-Blamage gegen den Zweiten der Regionalliga Mitte schließlich doch noch an der Dokupil-Truppe vorübergehen.

Dokupil kritisiert Rapid-Verteidigung
"Eigentlich war die Partie bereits erledigt", meinte Dokupil, dessen Team durch Treffer von Wallner (30.) und Jazic (43.) 2:0 führte. "Ein blöder Fehler von Zingler hat den Gegner dann aber wieder stark gemacht", übte "Dok" Kritik an seinem Verteidiger. Dieser hatte in der 67. Minute wegen Torraubs die Rote Karte gesehen, außerdem fiel aus dem darauffolgenden Freistoß der Anschlusstreffer zum 1:2 durch Toth (68.). Als dann auch noch der Ausgleich gelang, witterten die Kapfenberg-Fans unter den 5.000 Besuchern die Sensation.

Kapfenberg-Trainer: "Wir waren die bessere Mannschaft"
So auch Kapfenberg-Trainer Hans Peter Schaller: "Rapid war tot, wir haben sie aber leider aufgeweckt. Ab der 75. Minute haben wir praktisch nur mehr auf das Rapid-Tor gespielt." Das Gefühl einer knappen Cup-Niederlage gegen die Hütteldorfer hatte Schaller bereits vor dem Match am Mittwoch gekannt, denn 1991 scheiterte er als Trainer des Landesligisten LUV Graz im Halbfinale mit 0:1 an den Grünen-Weißen. "Wir waren die bessere Mannschaft, aber was kann ich mir darum kaufen?", meinte Schaller zerknirscht.

Am Dienstag im Cup gegen Sturm
Für Rekordmeister Rapid folgt nun die Grazer Woche. Am Samstag gastiert der GAK im Hanappi-Stadion und am Dienstag steht der Cup-Schlager im Schwarzenegger-Stadion gegen Sturm auf dem Programm. "Bei unserer derzeitigen Personalsituation war das das schlimmste Los überhaupt", meinte Dokupil, dessen Abwehrturm Ratajczyk nach 65 Minuten mit einer Rückenverletzung vom Platz musste.

ÖFB-Cup-Achtelfinal-Ergebnisse
SV Kapfenberg - Rapid 2:3 (0:2)
FC Zeltweg - SV Hundsheim 1:1 (1:1,1:1) n.V., Elfersch: 4:5
SW Bregenz - SV Braunau 0:0 n. Verl., Elferschießen 4:5
Sturm Graz - Austria Lustenau 2:0 (1:0)
FC Kärnten - LASK Linz 2:0 (0:0)
DSV Leoben - FC Tirol 1:2 (1:0)
Wolfsberger AC - VfB Admira Mödling 0:3 (0:2)
Kremser SC - SV Salzburg 0:0 n. Verl.; Elferschießen 1:3

Viertelfinal-Paarungen (Spieltermin: 17. April):
SV Hundsheim (Regionalliga Ost) - FC Tirol (Meister)
Sturm Graz - Rapid
VfB Admira Mödling - SV Salzburg (Cupfinalist)
FC Kärnten - SV Braunau

Weitere Cup-Termine:
Halbfinale: 8. Mai
Endspiel: 27. Mai

12.4.2001 14:38