Kardinal Lehmann: Menschen werden zu Ersatzstücken

In Deutschland haben die Kirchen zum Osterfest ihre Kritik an Sterbehilfe und dem Klonen von Embryonen verstärkt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann (Bild), warnte im Mainzer Dom: "Auch die Menschen werden Ersatz- und Versatzstücke."
Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, sagte: "Mich beunruhigt, wie frag- und verantwortungslos viele Fachleute mit dem menschlichen Leben wie mit einer Ware umgehen." Embryonen dürften nicht zu Ersatzteillagern erklärt werden. "Verantwortungslose Ärzte bereiten das Klonen von Menschen vor, um Gewinn zu machen", kritisierte Steinacker. Fragwürdig sei auch, dass schon kleine Kinder anhand von Spielzeugen mit dem Klonen als selbstverständliche Möglichkeit vertraut gemacht würden. Steinacker verwies darauf, dass man Figuren in der Welt der Pokemons klonen könne.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen Deutschland, Manfred Kock, sagte: "Wenn Embryonen nur erzeugt werden, um als medizinischer Rohstoff bereitzustehen, ist dies ein Verstoß gegen die Menschenwürde und das Gebot des Lebensschutzes." Die evangelische Kirche spreche sich seit Jahren gegen die verbrauchende Embryonenforschung aus und fordere, zuerst Alternativen zu prüfen. "Es darf nicht um jeden Preis geforscht werden, sei das Ziel auch noch so edel."
Kardinal Lehmann schrieb in einem Beitrag für den "Mannheimer Morgen", Heilung um den Preis der Vernichtung menschlichen Lebens sei ethisch nicht vertretbar. "Wer vom therapeutischen Klonen spricht, der versucht, mit diesem Begriff zu verschleiern, dass dabei menschliches Leben 'erzeugt' wird, um es anschließend zu töten und zu verbrauchen." Zwar habe der Mensch das Recht, gestaltend in die Schöpfung einzugreifen. "Dieses Recht und diese Aufgabe stehen aber im Dienst des Lebens", betonte der Kardinal.
Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter sagte zu der in den Niederlanden vor wenigen Tagen beschlossene Legalisierung der aktiven Sterbehilfe: Einen Menschen unter bestimmten Voraussetzungen zu töten, sei unannehmbar. Das Leben und Sterben des Menschen sei unverfügbar. "Wir sollen den Kranken, Alten und Sterbenden helfen, aber wir helfen nicht durch töten", betonte der Kardinal. Aktive Sterbehilfe klinge rational und vernünftig, aber das Geheimnis des Menschen und seines Todes lasse sich rational nicht durchschaubar machen.
Der Limburger Bischof Franz Kamphaus kritisierte in seiner Osterpredigt angesichts von Rinderwahnsinn und Maul- und Klauenseuche die industrielle Vermarktung von Tieren. "Die Seuche unter den Tieren offenbart eine Krankheit unter den Menschen, der Wahnsinn der Rinder ist ein Wahnsinn unserer Gesellschaft", sagte der katholische Bischof im Limburger Dom. Die industrielle Vermarktung der Tiere zeige, wie geistlos mit den Mitgeschöpfen umgegangen werde. Für Christen sei die Welt nicht nur ein Rohstofflager, sondern Schöpfung Gottes.
Familiendrama in St. Pölten16:03
Vater schießt auf SohnUnfassbarer Vorfall in St. Pöltner Volksschule. Bub wird momentan notoperiert
Georgia Davis12:30
320-Kilo-Frau gerettetWales: Rettungskräfte mussten Wand aufstemmen. Mehr als 40 Leute im Einsatz
Fleischfressende Bakterien10:56
Angst vor Killer-KeimenStudentin in den USA ringt ums Überleben - Expertin klärt auf: Fälle auch in Österreich
