Sonntag, 15. April 2001

Gesundheitsministerin für Selbstmordpille

In der letzten Woche verabschiedete die niederländische Regierung ein Gesetz für die aktive Sterbehilfe: Nun denkt die Gesundheitsministerin Els Borst laut über "Selbstmordpillen" nach.

Die niederländische Gesundheitsministerin Els Borst ist nach eigenen Worten "nicht dagegen", lebensmüden alten Menschen das Recht auf Beendigung ihres Lebens durch die so genannte Selbstmordpille zu gewähren.

In einem Interview mit der Zeitung "NRC Handelsblad" erklärte sie am Samstag, dass diese Möglichkeit unabhängig von dem in dieser Woche verabschiedeten Gesetz zur aktiven Sterbehilfe durch Ärzte eingeräumt werden sollte. Nach dem Euthanasie-Gesetz kann die Sterbehilfe straffrei nur im Fall unerträglichen und ausweglosen Leidens durch Ärzte gewährt werden.

Voraussetzung für die Gewährung der Todespille müsse die Zustimmung durch eine unabhängige Kommission sein, meinte die Politikerin von der linksliberalen Partei D66. Die Kommission müsse jeden Fall zuerst prüfen, meinte die Ministerin, die das Euthanasie-Gesetz im Parlament vertreten hatte.

Borst sagte, sie wolle nicht eine Diskussion zu diesem Thema anheizen. Sie hätte aber nichts dagegen, wenn zu einem späteren Zeitpunkt eine allgemeine Diskussion über dieses Thema beginne.

Vertreter von zwei der drei Parteien in der Den Haager Regierungskoalition reagierten ablehnend auf die Äußerungen der Gesundheitsministerin.

15.4.2001 08:41