Polizei verdächtigt "Wahre IRA"

Sechs Wochen nach dem Anschlag auf die Londoner Zentrale des Rundfunksenders BBC ist in der Nacht zum Sonntag ein Sprengsatz in einer Briefsortierstelle in London explodiert. Die Polizei vermutet, dass nordirische Extremisten den Anschlag verübt haben.
Den Polizeiangaben zufolge ereignete sich die Detonation im Norden der britischen Hauptstadt kurz vor 00.30 Uhr. Zu dieser Zeit habe sich niemand in dem Gebäude befunden, in dem Fensterscheiben zu Bruch gingen. Vor der Explosion sei kein Warnanruf eingegangen. Sie vermute jedoch die nordirische Splittergruppe Wahre IRA hinter dem Anschlag. Die Extremisten hatten erst vor wenigen Tagen angedroht, ihren Kampf gegen die britische Herrschaft über Nordirland fortzusetzen.
Die Bombe sei in einem zugemauerten Eingang außerhalb des Gebäudes hochgegangen, sagte der Chef der Anti- Terrorabteilung der Londoner Polizei, Alan Fry. Der hoch explosive Sprengsatz habe nur geringen Schaden angerichtet. In der Nähe des Postzentrums befinde sich jedoch ein Pub und eine dicht befahrene Durchgangsstraße. "Wer immer diese Bombe gelegt hat, hat keinen Begriff davon, welchen Schaden sie hätte anrichten können", sagte Fry.
Ein anonymer Anrufer hatte am 4. März den britischen Sender BBC vor einem bevorstehenden Autobombenanschlag gewarnt, der ebenfalls der Wahren IRA angelastet wird. Die Wahre IRA lehnt eine Aussöhnung mit den pro-britischen Nationalisten in Nordirland ab. Sie ist für den schwersten jemals in Nordirland verübten Bombenanschlag verantwortlich, bei dem 1998 in Omagh 29 Menschen getötet wurden.
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