Samstag, 14. April 2001

Von Bagdad übergebene Unterlagen noch zu prüfen

Die UNO hat eine für Anfang Mai angesetzte neue Gesprächsrunde mit Irak verschoben. Einige Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates würden noch die Unterlagen prüfen, die Bagdad beim ersten Treffen im Februar übergeben habe, begründete ein UNO-Sprecher am Samstag die Verschiebung.

Dies werde vermutlich nicht vor Ende Mai abgeschlossen sein. Die irakische Presse hatte UNO-Generalsekretär Kofi Annan vorgeworfen, mit der Verschiebung auf Druck der US-Regierung reagiert zu haben.

Die USA und Großbritannien hatten Ende Februar angekündigt, dass die Sanktionen gegen den Irak effektiver werden sollten. Das Embargo solle sich künftig nicht mehr gegen die irakische Bevölkerung richten, sondern allein gegen die Regierung in Bagdad.

Bei der ersten Gesprächsrunde hatten sich Annan und der irakische Außenminister Mohamed Said el Sahhaf in New York getroffen. Die Zusammenarbeit zwischen der UNO und der irakischen Regierung ist seit den US-britischen Luftangriffen vom Dezember 1998 weitgehend zum Stillstand gekommen. Die USA und Großbritannien hatten im Februar erneut Luftangriffe geflogen, was international Kritik ausgelöst hatte. Irak verlangt eine Aufhebung der seit dem Golfkrieg geltenden Sanktionen. Die UNO fordert jedoch, dass Bagdad zuvor UNO-Rüstungsinspektoren die Rückkehr erlaubt und voll mit ihnen kooperiert.

14.4.2001 21:29