Jordan. Außenminister will Israel Friedensplan vorlegen

Die Lage im Nahen Osten blieb auch am Osterwochenende angespannt. Am Sonntag explodierte in der Nähe eines Kontrollpostens der israelischen Armee im Westjordanland ein Sprengsatz. Nach ersten Angaben wurde niemand verletzt.
Tags zuvor waren in einem Vorort von Tel Aviv zwei Rohrbomben detoniert, dabei wurde ein Israeli schwer verletzt. Bei den christlichen Feierlichkeiten in Jerusalem, die unter starkem Schutz israelischer Sicherheitskräfte stattfanden, kam es zu keinen Zwischenfällen. Wegen der unsicheren Lage waren weniger Pilger als sonst nach Israel gekommen.
Bei Bethlehem im Westjordanland eröffneten palästinensische Schützen nach übereinstimmenden Angaben das Feuer auf israelische Soldaten, die eine von jüdischen Siedlern genutzte Straße befuhren. Nach palästinensischen Informationen sperrte die Armee daraufhin die Straße ab und durchsuchte anliegende Häuser. In Hebron lieferten sich palästinensische Jugendliche Straßenschlachten mit israelischen Soldaten, die Gummigeschosse abfeuerten. Nach Augenzeugenberichten wurde niemand verletzt.
Im Gaza-Streifen zerstörten israelische Truppen nach palästinensischen Angaben mit Planierraupen eine Polizei-Station im Flüchtlingslager Rafah. Außerdem seien Häuser zerstört worden, weil sie palästinensischen Heckenschützen als Deckung gedient hätten. Bei dem anschließenden Feuergefecht zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Sicherheitskräften wurden Ärzten zufolge 35 Palästinenser verletzt.
Jordanischer Außenminister will Israel Friedensplan vorlegen
Unterdessen wurde bekannt, dass der jordanische Außenminister Abdul Ilah Khatib am Montag in Israel einen mit Ägypten ausgearbeiteten Plan zur Beendigung der Feindseligkeiten zwischen Israelis und Palästinensern vorlegen will. Er wird dazu mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon und Außenminister Shimon Peres zusammentreffen. In der Initiative wird Israel aufgefordert, Reisebeschränkungen für Palästinenser aufzuheben, den Bau jüdischer Siedlungen zu stoppen und unterschriebene Abkommen umzusetzen. Danach könnten die Friedensverhandlungen wieder aufgenommen werden.
Sharon will sich nicht zu dem Plan äußern, bis er offiziell vorgelegt wurde. Israelische Regierungsvertreter wurden aber mit den Worten zitiert, dieser Plan sei unannehmbar. Die Palästinenser unterstützen die jordanisch-ägyptische Initiative, haben aber wenig Hoffnung auf eine Zustimmung von israelischer Seite. Ein Vertrauter von Palästinenser-Präsident Yassir Arafat sagte, man erwarte sich von dem Treffen keine dramatischen Veränderungen. "Ich halte Friedensverhandlungen mit Sharon für Zeitverschwendung", erklärte Ahmed Abdel Rahman.
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