Samstag, 14. April 2001

Ausstehende Soldzahlungen sollen geprüft werden

Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Samstag zu einem Besuch in der Kaukasus-Republik Tschetschenien eingetroffen. Putin sei aus der Nachbarrepublik Dagestan im Hubschrauber nach Tschetschenien geflogen und halte sich auf dem Militärstützpunkt Chankala bei Grosny auf, teilte das russische Präsidialamt mit.

Der Präsident treffe dort Verwaltungsvertreter. Putin sagte, er werde sich bei seinem Besuch mit der Frage noch ausstehender Soldzahlungen an russische Soldaten beschäftigen.

Der russische staatliche Fernsehsender RTR berichtete, Putin habe auch ein Gebiet in Zentral-Tschetschenien besucht, wo vor einem Jahr 84 russische Fallschirmjäger im Kampf gegen tschetschenische Rebellen gefallen seien. Außerdem sei Putin mit einer Kommandotruppe der russischen Armee zusammengekommen. Der Sender zeigte Putin, der vor Journalisten sagte, er werde sich der noch ausstehenden Soldzahlungen annehmen. "Wir werden die Situation an Ort und Stelle überprüfen", kündigte Putin an. Danach würden angemessene Entscheidungen getroffen. Russische Medien hatten immer wieder darüber berichtet, dass den Soldaten der Sold nicht in voller Höhe ausgezahlt werde.

Die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete, Putin werde von Verteidigungsminister Sergej Iwanow, Innenminister Boris Gryslow und Medienminister Michail Lesin nach Tschetschenien begleitet.

In Tschetschenien kämpfen seit Oktober 1999 russische Truppen gegen islamische Rebellen, die von russischer Seite als Terroristen bezeichnet werden. Das entschiedene Vorgehen gegen die Rebellen hatte Putin zu großer Popularität in Russland verholfen. Putin hatte direkt nach seiner Amtsübernahme am Silvestertag 1999 die russischen Truppen in Tschetschenien besucht. Später flog er in einem Kampfjet in die Kaukasus-Republik. Diesmal besuchte Putin Tschetschenien einen Tag vor Ostern, dem wichtigsten Feiertag der Russisch Orthodoxen Kirche.

Nach russischen Angaben kontrolliert die russische Armee den gesamten Norden der Kaukasus-Republik. Immer wieder sterben russische Soldaten in Hinterhalten tschetschenischer Rebellen.

14.4.2001 15:48