Freitag, 13. April 2001

Grüne müsse sich Regierungsfunktion "ernsthaft nähern"

Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen spielt mit dem Gedanken, im nächsten Wahlkampf voll auf die Karte "Rot-Grün" zu setzen: "Es kann sein, dass wir uns ganz auf diese Machtansage konzentrieren."

Noch denke er über eine solche Variante nach, so Van der Bellen. Davor müsse aber noch einiges passieren, meinte der Grünen-Chef, ohne Details zu nennen.

Klar sei jedenfalls, dass sich die Grünen einer Regierungsfunktion "ernsthaft nähern" müssten. Man könne nicht sagen, die FPÖ sei für eine Regierungsfunktion ungeeignet, sich aber selbst zurücklehnen und den anderen die Arbeit überlassen. Daher würden die Grünen eine mögliche Regierungsbeteiligung "systematisch vorbereiten".

Als Koalitionspartner kommt für Van der Bellen jedenfalls derzeit nur die SPÖ in Frage. Die ÖVP habe in den letzten 15 Monaten eine Politik betrieben, die von den Grünen nicht akzeptiert werden könne: "Die Haiderisierung der ÖVP ist weit fortgeschritten." Befragt zur Performance von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer zeigte sich Van der Bellen überrascht, dass ihr die Loslösung von Alt-FP-Chef Jörg Haider bisher nicht gelungen sei. Bevor Riess-Passer FP-Chefin geworden sei, habe er sie nämlich als "intelligente, scharfsinnige, durchaus sehr interessante Politikerin" beurteilt, sagte Van der Bellen.

13.4.2001 19:59