Innenminister: Slobo ist Spitze d. Verbrechenspyramide

Der serbische Innenminister Dusan Mihajlovic bekräftigte erneut, dass der ehemalige jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic Haupt-Auftraggeber von Verbrechen unter seiner Herrschaft gewesen sei.
Wie Mihajlovic in einem Interview gegenüber der Belgrader Zeitung "Politika" (Samstag-Ausgabe) betonte, habe man es bei den Ermittlungen geschafft, in die Spitze der Verbrechenspyramide vorzudringen. "Und diese Spitze waren Slobodan Milosevic und seine engsten Mitarbeiter".
Mihajlovic beschuldigte den ehemaligen Geheimdienstchef Serbiens, Rade Markovic, dass dieser befohlen habe, "Tonnen von Material, die für die Aufdeckung der Verbrechen, Plünderungen und anderer schwerer Straftaten wertvoll waren", zu vernichten. Dennoch seien die bisherigen Ermittlungen gut verlaufen und man habe schon einiges aufgedeckt. So sei der Ex-Präsident festgenommen worden, weil er den Raub von Staatseigentum organisiert habe.
Zudem habe man aufgedeckt, dass Markovic den Mordanschlag auf den Führer der Serbischen Erneuerungsbewegung (SPO), Vuk Draskovic, organisiert habe. Im Oktober 1999 wurden bei einem als Verkehrsunfall getarnten Mordanschlag vier SPO-Mitarbeiter getötet. Draskovic überlebte mit leichten Verletzungen. Es müsse nun nur noch festgestellt werden, von wem Markovic den Befehl erhalten habe, "dieses fürchterliche Verbrechen durchzuführen".
Unterdessen behauptete Milosevic-Anwalt Toma Fila gegenüber der Nachrichtenagentur Srna am Samstag, dass die bisherigen Ermittlugen gegen seinen Mandanten "ausnahmslos korrekt" gewesen seien und dass sich sein Klient "nicht vor der Wahrheit fürchtet und keine Gefahr sieht, dass jemand seiner ehemaligen Mitarbeiter zu sprechen beginnen könnte". Im Gegenteil, Milosevic sei sich sicher, dass es nichts zu verbergen gebe und "von seinen Mitarbeitern erwartet er, dass sie nur die Wahrheit sagen", so Fila. Er bekräftige erneut, dass Milosevic das Haager Tribunal nicht anerkenne und hoffe, dass es zu einem Verfahren vor diesem Gericht auch nie kommen werde.
SPS: Milosevic soll wieder ins Krankenhaus
Unterdessen forderte die Sozialistische Partei Serbiens (SPS), dass ihr Vorsitzender wieder ins Krankenhaus eingeliefert wird. Milosevic sei nun in einem schlechteren Gesundheitszustand als vor der Einlieferung am Mittwoch. In einer Aussendung am Samstag äußerte die SPS auch die Vermutung, dass auf die behandelnden Ärzte "politischer Druck ausgeübt wurde". Milosevic hätte demnach so schnell wie möglich zurück ins Zentralgefängnis gebracht werden sollen, "ohne Rücksicht auf seine Gesundheit und sein Leben". Der Ex-Präsident habe aber ernsthafte gesundheitliche Probleme (Veränderung des Herzmuskels und hoher Blutdruck) und deswegen müsse er wieder rasch in das Militärkrankenhaus gebracht werden. Alles andere, so die SPS, hätte "unübersehbare Folgen für sein Leben".
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