Freitag, 13. April 2001

"Hoffe, dass sich Haupt durchsetzt"

Der Präsident des Hauptverbands, Hans Sallmutter (S), fühlt sich im Konflikt mit Sozialminister Herbert Haupt (F) "nicht als Sieger". Wünschen würde er sich jedoch, dass sich Haupt mit seiner Entscheidung in der FPÖ durchsetzt.

Er hoffe, dass sich "der Sozialminister durchsetzt und nicht die Scharfmacher" in der FPÖ.

Sallmutter verwies darauf, dass FPÖ-Obfrau Susanne Riess-Passer nach der Erklärung von Haupt, doch eine andere Haltung an den Tag gelegt habe als der Sozialminister. "Man muss abwarten, was dahinter steckt. Hat Haupt mit seiner Ansicht eine Chance, überhaupt durchzukommen, oder wird Riess-Passer wieder so stark Einfluss nehmen und ihren Weg dem Minister aufoktroyieren. Ganz offensichtlich ist es noch nicht ihr Interesse, dass man wieder einen konsensorientierten Weg geht."

Sallmutter: "Habe mich nie an den Sessel geklammert"
Sallmutter verwies auf die "politische Hatz" der vergangenen Monate gegen ihn. Der politische Druck gegen ihn habe im Jänner an Intensität zugelegt. Dabei sei offenbar damit spekuliert worden, "dass wir die Nerven wegschmeißen". Er habe sich zwar "nie an den Sessel geklammert, nur habe ich gewusst, dass das Vorgehen gegen mich ein extrem undemokratischer Akt war". Man habe den Hauptverband "in den eigenen parteipolitischen Einflussbereich" kriegen wollen. "Da habe ich ein anderes Verständnis. Für mich ist Selbstverwaltung etwas, wo die Interessen der Versicherten, der Kranken, der Behinderten zu beachten sind. Wir sind autonom, wir sind den Versicherten und Kranken verpflichtet und sonst niemandem", so Sallmutter.

Er freue sich jedenfalls über die jüngste Aussage Haupts. "Es ist erkennbar, dass der Sozialminister offensichtlich wieder zurückkehren möchte zum Dialog mit der Sozialversicherung, mit dem Hauptverband, was gut und wichtig ist. Für uns sind der Sozialminister und die zuständigen Regierungsmitglieder immer Partner der Sozialversicherung und nie Gegner gewesen."

13.4.2001 12:28