Donnerstag, 12. April 2001

Seit August gefangen gehalten

Nach siebenmonatiger Geiselhaft auf der philippinischen Insel Jolo ist der US-Bürger Jeffrey Schilling wieder frei. Die philippinische Armee befreite den jungen Mann am Donnerstag, wie Präsidentensprecher Joel Cabrera in Manila mitteilte.

Über den Ablauf der Aktion und Schillings Gesundheitszustand wurde zunächst nichts bekannt. Erst am Dienstag hatte Präsidentin Gloria Arroyo die Streitkräfte zu einem härteren Vorgehen gegen die moslemischen Rebellen der Gruppe Abu Sayyaf aufgefordert, die Schilling gefangen hielten. Die Moslem-Rebellen hatten mehrfach gedroht, Schilling zu enthaupten. Schilling sollte dem Sprecher zufolge zunächst von Jolo in die nordphilippinische Stadt Baguio geflogen werden, wo er Präsidentin Arroyo treffen solle.

Die Rebellen hielten Schilling seit dem 28. August vergangenen Jahres gefangen. Am 23. April vergangenen Jahres hatten die Abu Sayyaf 21 Urlauber und Einheimische von einer malaysischen Ferieninsel nach Jolo verschleppt. Auch den "Spiegel"-Reporter Andreas Lorenz brachten sie für kurze Zeit in ihre Gewalt. Nach Lösegeldzahlungen kamen die Geiseln nach monatelanger Gefangenschaft bis September nach und nach wieder auf freien Fuß. Nach Schillings Befreiung halten die Rebellen nun noch einen Filipino in ihrer Gewalt, der zu der vor einem Jahr entführten Gruppe gehörte. Die Rebellen kämpfen nach eigenen Angaben für einen Moslem-Staat im Süden des mehrheitlich katholischen Inselreiches.

12.4.2001 13:10