Donnerstag, 12. April 2001

Weniger Einnahmen als erwartet

Jetzt haben Experten noch ein Mal nachgerechnet - und stellen mit ihrem Ergebnis sämtliche Prognosen auf den Kopf: Die Streichung der beitragsfreien Mitversicherung bei kinderlosen Ehepartnern bringt wahrscheinlich weniger Geld als erwartet. Minister Haupt bezweifelt das allerdings.

Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) hat nun erstmals Zahlen präsentiert: Sie verschickte an 3.148 Personen Vorschreibungen - pro Kopf und Monat seien 1.052 S im Durchschnitt zu bezahlen, sagte ein Vertreter der GKK-Wien. Der Betrag errechnet sich aus 3.4 Prozent des Bruttoeinkommens.

Etwa 160 Mio S hätte man ursprünglich erwartet, tatsächlich kämen jetzt nur 40 bis 60 Mio S herein. Das ergebe ein Defizit von etwa 100 Mio S, denn die 160 Mio müssten abgeführt werden, ganz egal wieviel man einnehme.

Minister Haupt ist skeptisch
Skeptisch steht Sozialminister Herbert Haupt (F) den präsentierten Zahlen zur Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung gegenüber. Ständig würden Prognosen in die Welt gesetzt, die nicht eindeutig nachvollziehbar seien, so Haupt auf Anfrage der APA.

Seiner Meinung nach müsse die von ihm installierte Controlling-Gruppe eine faire Datenbasis schaffen. Eine Einschätzung, ob die Einnahmen nun tatsächlich unter den Erwartungen bleiben würden, wollte der Minister daher vorerst nicht treffen.

12.4.2001 14:48