Vier Bündnisse u. 12 politische Parteien ringen um Sitze

Am 22. April finden in Montenegro vorgezogene Parlamentswahlen statt. Die Abhaltung der Wahl wurde notwendig, nachdem die Volkspartei zu Jahresbeginn aus dem Regierungsbündnis "Für ein besseres Leben" ausgeschieden war.
Die Partei war mit dem Regierungsvorschlag zur Umwandlung der Bundesrepublik Jugoslawien in eine Union zweier unabhängiger und international anerkannter Staaten - Serbien und Montenegro - nicht einverstanden. Der Vorschlag, der von der Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS) von Präsident Milo Djukanovic und der Sozialdemokratischen Partei (SDP) unter Zarko Rakcevic unterstützt wird, war auch in Belgrad auf Ablehnung gestoßen.
Um die 77 Parlamentssitze (bisher 78) kämpfen zwölf Parteien und vier Bündnisse. Die entscheidende Schlacht wird zwischen der Koalition "Der Sieg ist Montenegros - Demokratisches Bündnis Milo Djukanovic" und der Koalition "Gemeinsam für Jugoslawien" geführt. Wahlberechtigt sind etwa 485.000 Bürger. Der Wahlverlauf wird von der OSZE sowie zahlreichen internationalen und heimischen Beobachtergruppen beobachtet werden.
"Der Sieg ist Montenegros" setzt sich aus den zwei verbliebenen Regierungsparteien - DPS und SDP - zusammen. Zu der Koalition "Gemeinsam für Jugoslawien" haben sich die Sozialistische Volkspartei (SNP), die Volkspartei und die Serbische Volkspartei vereinigt. Alle drei wollen den Fortbestand Jugoslawiens. Die Regierungskoalition ist dagegen fest entschlossen, den Weg in die staatliche Unabhängigkeit anzusteuern, sollte Belgrad auch nach der Wahl kein Interesse an der vorgeschlagenen Union zeigen.
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