Kroatischer Präsident will vor UNO-Tribunal aussagen

Der kroatische Präsident Stipe Mesic hat sich bereit erklärt, vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gegen den gestürzten jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic auszusagen. Er will, dass "die Wahrheit ans Tageslicht kommt und die Schuldigen bestraft werden".
Mesic (im Bild mit Bundespräsident Klestil) zeigte sich überzeugt, dass es früher oder später zu einem Prozess gegen Milosevic vor dem Kriegsverbrechertribunal kommen werde. Der Ex-Präsident habe die Kriege in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo angezettelt. Er sei des Völkermords schuldig, betonte Mesic nach dem Zeitungsbericht.
Milosevic ist in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt; Grund ist das Vorgehen im Kosovo. Mesic forderte, Milosevic auch wegen der in Kroatien und Bosnien begangenen Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen. Belgrad weigert sich bisher, Milosevic nach Den Haag auszuliefern.
Mesic war 1991 Vorsitzender des damaligen kollektiven Präsidiums des jugoslawischen Vielvölkerstaates, als der Krieg Belgrads gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der einzelnen Teilrepubliken begonnen hatte. Damals hatte Mesic Kontakte zur serbische Führung und zu Milosevic, der Präsident der serbischen Teilrepublik war. Mesic würde vor dem UNO-Tribunal über deren damalige, ihm bekannte Kriegspläne aussagen, schreibt "Vecernji List".
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