Gesetz tritt frühestens im November in Kraft

Jetzt tritt sie doch in Kraft - die umstrittene Ökosteuer für Mallorca-Urlauber. Vor allem die Deutschen, die Mallorca ja als ihr sonniges Wohnzimmer betrachten, schäumen. Wer trotzdem nicht auf seinen Urlaub auf einer der Balearen-Inseln verzichten will, der muss künftig tiefer in die Tasche greifen.
Ungeachtet der Proteste aus der Reisebranche hat das Regionalparlament in Palma am Dienstag die Einführung einer so genannten Ökosteuer beschlossen.
Die Ökosteuer - im Durchschnitt ein Euro (13,76 S) pro Person und Tag - soll von den Urlaubern in den Hotels eingezogen werden. Das Gesetz kann nach Angaben einer Regierungssprecherin frühestens im November in Kraft treten. Die Branche geht indes davon aus, dass die Abgabe erstmals im kommendem Jahr kassiert wird. Die Mehreinnahmen von jährlich rund 71,6 Mill. Euro (985 Mill. S) sollen dem Umweltschutz und der Verbesserung bestehender Ferienanlagen zugute kommen.
Der balearische Hotelverband, der seit zwei Jahren gegen das Vorhaben Sturm läuft, kündigte eine Klage vor dem Verfassungsgericht an. Die konservative Regierung in Madrid signalisierte noch am Dienstag ihre Unterstützung für diesen Schritt.
Abkehr vom Massentourismus
Die Einführung der Ökosteuer markiere die Abkehr vom langjährigen Modell des Massentourismus, argumentiert die Regierung. Dieser habe den 760.000 Einwohnern von Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera zwar großen Wohlstand gebracht, der Natur aber geschadet.
Das Bild von überfüllten Stränden, hässlichen Betonburgen und Touristen, die schon mit der Bierkiste unter dem Arm aus der Charter-Maschine steigen, hatte bei den Insulanern für zunehmenden Unmut gesorgt. Deshalb hatte Mallorca nach dem Motto "Masse statt Klasse" bereits 1999 mit einem Baustopp für neue Hotels ein Zeichen gesetzt.
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