Zug kurzzeitig von Demonstranten aufgehalten

Erstmals seit drei Jahren ist wieder Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken auf dem Transport zur französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Mehreren hundert Atomkraftgegnern gelang es am Dienstag nicht, den Zug vor der deutsch-französischen Grenze längere Zeit aufzuhalten.
Wenige Kilometer vor der Grenze ketteten sich zwei Atomkraftgegner am Abend an die Schienen und zwangen den Zug, knapp eine Stunde anzuhalten. Am Mittwochmorgen sollte der Transport in La Hague erreichen. Anders als beim Atommülltransport nach Gorleben vor zwei Wochen beteiligten sich nur einige hundert Demonstranten an den Protesten. Mehrfach kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Transporte in beide Richtungen waren Ende Jänner von den Regierungen in Berlin und Paris beschlossen worden.
Mit Trennschneidern durchtrennten Polizisten am Abend die Ketten, mit denen die beiden Atomkraftgegner ihre Hände in einer Metallröhre unter den Schienen festgekettet hatten. Die beiden wurden festgenommen. Daraufhin setzte der Zug seine Fahrt gegen 20.30 Uhr (MESZ) fort und überquerte eine halbe Stunde später bei Berg die Grenze zum französischen Lauterbourg. Mehrere hundert Beamte des Bundesgrenzschutzes sicherten den letzten deutschen Abschnitt der Strecke. Mindestens sieben Hubschrauber überwachten die Gleise aus der Luft. Ein Helikopter flog dem Zug mit den fünf Atommüllbehältern voraus und leuchtete die Strecke aus.
Auf französischer Seite waren ebenfalls Polizisten in Stellung gegangen, um Blockaden zu verhindern. Auch die französischen Sicherheitskräfte hatten einen Hubschrauber im Einsatz. Am späten Abend waren auf französischer Seite nur etwa 20 Atomkraft-Gegner zu sehen. Zuvor war es bereits an den Kraftwerksstandorten Philippsburg (Baden-Württemberg), Grafenrheinfeld (Bayern) und Biblis (Hessen) zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Mehr als 50 Atomkraftgegner seien von Polizisten mit Schlagstöcken leicht verletzt worden, als sie versucht hätten, die Schienen nahe Philippsburg zu besetzen, teilte die Anti-Atom-Intiative "X-tausendmal quer" mit. Zwei Demonstranten hätten Platzwunden am Kopf davon getragen. Die Polizei machte keine Angaben zu Verletzten.
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