Serb. Machtwechsel erleichtert Sukzessionsgespräche

Die Nachfolgestaaten der früheren Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawiens haben am Montag in Brüssel ihre Sukzessionsgespräche fortgesetzt. Von der Verhandlungsrunde werden erste konkrete Ergebnisse erwartet.
Den Nachfolgestaaten ist es bisher nicht gelungen, eine Einigung über die Aufteilung von Gold- und Geldreserven für den Zahlungsausgleich in Höhe von 480 Mio. Dollar zu erzielen. Als Hindernisse hatten sich bei den letzten Treffen die Einwände Mazedoniens und Bosnien-Herzegowinas erwiesen, die mit der vom Internationalen Währungsfonds vorgeschlagenen Aufteilungsquote unzufrieden sind. Zuvor hatte das serbische Regime von Slobodan Milosevic jahrelang die Sukzessionsgespräche gebremst.
Im Einklang mit der IWF-Quote stehen Bosnien 13,2 und Mazedonien 5,4 Prozent der gemeinsamen Gold- und Hartwährungsreserven zu. Die beiden Staaten setzen sich neuerdings für die von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung vorgeschlagene und für sie günstigere Quote ein. Dadurch werden allerdings Kroatien und Slowenien benachteiligt, die laut IWF-Quote 28,5 bzw. 16,4 Prozent der Gold- und Geldreserven bekommen würden. Für die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) (gemäß IWF-Quote stehen dem Land 36,5 Prozent zu) sind nach Angaben seiner Amtsträger beide Quoten günstig.
Von der neuen Verhandlungsrunde wird nun laut Belgrader Medienberichten eine Einigung der Nachfolgestaaten über die Abkommen zu Archivbeständen, Pensionsrechten und einige andere Bereiche erwartet. Der jugoslawische Notenbankpräsident Mladjan Dinkic hatte vor Wochen die Absicht angekündigt, den Nachfolgestaaten einen Vorschlag zum "allgemeinen Ausgleich" vorzulegen. Ob Belgrad einen solchen Vorschlag vorbereitet hat, war zunächst noch unklar.
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