Erstmals zwei rechtsextreme Kandidaten in Frankreich

Frankreichs extreme Rechte wird im kommenden Jahr erstmals mit zwei Kandidaten in das Rennen um den Elysee-Palast gehen. Nach Jean-Marie Le Pen, dem Chef der "Nationalen Front" (FN), hat auch Bruno Megret, FN-Dissident und Gründer der "Nationalrepublikanischen Bewegung" (MNR), seine Kandidatur angekündigt.
"Die Präsidentenwahl 2002 wird eine Wahl des Übergangs sein, denn es ist die letzte für Jean-Marie Le Pen und (den Altgaullisten) Charles Pasqua und die erste für mich", betonte Megret am vergangenen Wochenende auf einer Parteiveranstaltung im südfranzösischen Vitrolles, wo seine Ehefrau Catherine bei der Kommunalwahl vom 18. März zum zweiten Mal Bürgermeisterin wurde.
Megret, einstiger FN-Chefideologe, hatte sich Anfang 1999 nach einem langen Führungsstreit mit Le Pen von der Nationalen Front entfernt, um eine eigene Partei zu gründen. Bei der Europawahl 1999 erreichte die MNR allerdings nicht die Fünf-Prozent-Schwelle. Bei der jüngsten Kommunalwahl erging es ihr nicht viel besser, auch wenn Megret betonte, dass sie insgesamt 300 Vertreter in Frankreichs Gemeinderäten sitzen habe.
Auch die beiden Rechtsnationalisten Charles Pasqua ("Rassemblement pour la France"/RPF) und Philippe de Villiers ("Mouvement pour la France"/MPF) - die sich nach einem von Erfolg gekrönten Bündnis bei der Europawahl 1999 (13 Prozent Wählerstimmen) ebenfalls zerstritten hatten - befassten sich am Wochenende mit der nächsten Präsidentenwahl. Der Altgaullist Ex-Innenminister Pasqua bestätigte seine Elysee-Kandidatur und betonte, dass er sich für die nationale Souveränität, gegen den Euro, sowie für Ordnung, Sicherheit und den Schutz der Familie einsetzen werde.
De Villiers, der über seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl erst Ende des Jahres entscheiden will, setzt sich für die selben Werte ein, fügte allerdings jenes der "Transparenz" und Aufrichtigkeit im politischen Leben hinzu. Der MPF-Chef fordert die Errichtung eines "Observatoriums" zur Bekämpfung der illegalen Parteispenden, sowie ein Gesetz, das die Wiederwahl eines wegen Korruption verurteilten Politikers verbietet.
Der MPF-Chef spielte damit auf die Gerichtsermittlungen bezüglich eines mutmaßlichen illegalen Waffenhandels mit Angola in den Jahren 1993 und 1994 an, die jüngst auch Pasqua erfasst hat. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass die auf den Verkauf militärischen Materials spezialisierte Fima "Brenco International" im Frühjahr 1999 den Europawahlkampf der RPF mit 450.000 US-Dollar finanziert habe.
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