Montag, 9. April 2001

Teure Ostern....

Welche Folgen zeitigen BSE, Schweinemastskandal und die Maul- und Klauenseuche auf die Preise und damit auch auf das Kaufverhalten der Konsumenten? Während der Rindfleischpreis um bis zu 30 Prozent eingebrochen ist – und sich nicht zuletzt deshalb der Absatz wieder leicht erholt hat, ist bei Schweinefleisch die gegenteilige Entwicklung zu beobachten.

„Der Einkaufspreis für Schweinehälften ist um 50 Prozent gestiegen. Dadurch geht natürlich auch der Verkaufspreis in die Höhe“, meint Spezialitäten-Fleischhauer Fritz Stanzl jun. aus Wien-Erdberg im NEWS-Interview.

Teure Ostern
Der Osterschinken 2001 wird somit um 30 bis 50 Prozent teurer. Beim Schweinefleisch ist der Verkauf leicht rückläufig. Enorm gestiegen ist hingegen die Nachfrage nach Lammfleisch. So verzeichnet der Ennstaler Lämmer-Erzeugungsverein ein Plus von 40 Prozent.

Nicht abzusehen sind die Folgen eines Übergreifens von MKS auf Österreich. „Die Auswirkungen auf die Preise wären sicher groß“, fürchtet Alois Leidwein vom Bauernbund.

Bio boomt
Einen wahren Absatzboom erleben derzeit Bioprodukte. „Wir könnten derzeit locker fünfmal so viel Schweine verkaufen wie die 15.000 Tiere, die in unseren Ställen stehen. Und bei der Milch beträgt die Umsatzsteigerung rund 30 Prozent“, freut sich Peter Sitzwohl von der ARGE Biolandbau. Doch auch die Biobauern plagt die Angst vor MKS. Sitzwohl: „Gegen diese heimtückischen Viren wären auch wir machtlos.“

Marginal sind die Konsequenzen des von Gesundheitsminister Haupt verhängten Importstopps von Lebensmitteln aus Großbritannien, Frankreich, Irland und den Niederlanden. „Da das Verbot nur nicht-pasteurisierte und -sterilisierte Rohprodukte betrifft, mussten wir nur eine Hand voll Käsespezialitäten und eine spezielle Salami aus Frankreich aussortieren.“

9.4.2001 14:23