Freitag, 6. April 2001

Möglicher Marktmacht-Missbrauch durch Intel

Der US-Softwareunternehmen Intel steht unter Kartell-Verdacht: Die Europäische Kommission untersucht einen möglichen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung von Intel Corp, Santa Clara.

Wie die Brüsseler Behörde am Freitag mitteilte, geht sie zwei unterschiedlichen Beschwerden gegen das US-Softwareunternehmen nach, wonach Intel seine marktbeherrschende Position bei Mikroprozessoren für Windows-Rechner missbraucht, indem es widerrechtliche Marketingpraktiken anwende. Die Kommission habe Intel bereits vor einiger Zeit aufgefordert, auf die Vorwürfe zu reagieren.

Wie es weiter hieß, wird die Antwort von Intel bereits geprüft. Die Kommission betonte, dass sich die Untersuchung in einem sehr frühen Stadium befinde und sie noch nicht zu dem Schluss gekommen sei, dass Intel tatsächlich gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen habe.

Die EU-Wettbewerbshüter haben nach eigenen Angaben auch eine Reihe anderer PC-Hersteller und -Einzelhändler um Informationen zu dem Thema gebeten. Für die Untersuchung gebe es keinen Zeitraum, so die Kommission. Die Dauer hänge davon ab, ob die Kommission tatsächlich zu dem Schluss kommt, dass die Vorwürfe gegen Intel gerechtfertigt sind.

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, droht dem Unternehmen ein formelles EU-Wettbewerbsverfahren, an dessen Ende ein hohes Strafgeld stehen kann.

6.4.2001 20:46