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SPÖ: Minister bootet Mieter aus
Der Bund will mit dem Verkauf seiner fünf Wohnungsgesellschaften Milliarden kassieren. Der "Haken" für die Mieter: Sie sollen, wenn sie ihre Wohnung erwerben wollen, allein für ihr Kaufinteresse einen sogenannten "Einsatz" leisten: 7.500 Schilling! Nach und nach wird die Privatisierungsstrategie des Bundes deutlich...
"Wir wollen einen Filter einbauen, um zu ermitteln, wer wirklich Interesse hat", argumentiert Michael Ramprecht, Wohnexperte im Kabinett von Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Nur die wirklichen Käufer bekämen den Betrag auf die Kaufsumme angerechnet - diejenigen, die nach der aufwändigen Preisfestsetzung zurückzögen, würden auf diese Weise an den entstehenden Kosten beteiligt.
Die Festsetzung des Verkehrswerts sei ein "riesiger Aufwand", der durchaus 15.000 S pro Wohnung kosten könnte. Wenn alle 61.000 Mieter zunächst Interesse bekundeten, nach der Wertfeststellung aber nicht zugriffen, könnten die Kosten einen hohen dreistelligen Millionenbetrag erreichen, fürchten die Experten.
Noch eine Auflage
Die Wohnungen werden den Mietern zwar unverbindlich angetragen. Diese können aber nur zuschlagen, wenn auch genügend andere Mieter im gleichen Objekt kaufen wollen. Möglich ist auch, dass die Bundeswohnungsgesellschaften in ihrer Gesamtheit an Investoren verkauft würden.
Die Bundeswohnungen werden den Mietern also nur dann verkauft, wenn im gleichen Objekt auch andere Mieter am Erwerb ihrer Wohnung interessiert sind. Der nötige Schwellenwert wird zur Zeit noch diskutiert, Ramprecht nannte einen Wert von 30 %. Wird dieser nicht erreicht, dann könnten die Wohnungen als Gesamtheit Immobilieninvestoren angeboten werden. "Eine Zerschlagung der Gesellschaften wäre von Nachteil - wir haben das lange in einer Arbeitsgruppe diskutiert", sagte Ramprecht.
Ein Milliardengeschäft
Ursprünglich hat sich die Regierungskoalition vom Verkauf der Wohnungen bis zu 30 Mrd. S erwartet, mittlerweile sind aus mehreren Gründen die Erwartungen zurückgeschraubt worden. VP-Wohnbausprecher Walter Tancstis sprach zuletzt gegenüber einer Zeitung von etwa 10 Mrd. S.
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