Donnerstag, 5. April 2001

NTW-Krise: Ted Turner kauft sich ein

CNN-Gründer Ted Turner schickt sich an, in die Krise um den russischen Fernsehsender NTW einzugreifen. Er einigte sich mit der Spitze des Kreml-kritischen Senders über eine Übernahme von Unternehmensanteilen.

Das bestätigte das Konsortium um Ted Turner (Turner Ventures International) am Mittwoch in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia). Medienberichten zufolge will der bisherige NTW-Eigner Wladimir Gussinski seine Anteile für 225 Millionen US-Dollar (497 Millionen Mark) veräußern.

Der Einkauf in den Sender hängt aber noch von der Zustimmung des staatskontrollierten Konzerns Gasprom ab, der die Aktienmehrheit an dem Sender übernommen und am Dienstag das Management ausgetauscht hatte. Die bisherige regierungskritische Belegschaft des Senders hatte gegen die Gasprom-Aktion scharf protestiert und auch am Mittwoch vor der TV-Zentrale Wachen aufgestellt.

Das Turner-Konsortium teilte mit, es wolle die Zukunft des Senders NTW als "freie und unabhängige" Mediengesellschaft sichern und ihn finanziell stärken. Die Förderung von Pressefreiheit in der ganzen Welt liege Ted Turner besonders am Herzen. Noch in dieser Woche wollen sich Vertreter von Turner und dem Hauptgläubiger Gasprom zu weiteren Gesprächen treffen.

5.4.2001 12:07