Konsumentenfrust in Österreich steigt

Die Österreicher haben ihre liebe Not mit der Technik: Bereits jeder fünfte Kunde hat Probleme mit erworbenen Elektrogeräten - aber auch verdorbene Lebensmittel sorgen für Ärger.
Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Gallup hervor. Damit sind die Elektrogeräte Spitze unter den heimischen "Problemmachern", allerdings dicht gefolgt vom Bereich Lebensmittel - 17 Prozent der Befragten gaben an, im Jahr 2000 eine Beschwerde wegen verdorbenen Nahrungsmitteln eingebracht zu haben. Weitere 15 Prozent reklamierten schadhafte Bekleidungsstücke und noch einmal 12 Prozent hatten ihre liebe Not mit Haushaltsgeräten.
Zahl der Beschwerden ist gestiegen
Insgesamt ist die Zahl der Anlassfälle für Beschwerden im vergangenen Jahr merklich angestiegen. Gaben 1992 noch 23 Prozent der Befragten an, bei Produkten oder Dienstleistungen Anlass zur Beschwerde gehabt zu haben, waren es im vergangenen Jahr bereits 36 Prozent.
Grund für die war in 60 Prozent der Fälle Mangelhaftigkeit der Ware. Stark angestiegen sind im Laufe der Jahre aber vor allem Probleme auf Grund irreführender oder falscher Informationen. Für 16 Prozent der befragten Personen gab dies Anlass zu Ärger oder Beschwerde.
Ursache: Mehr Angebot und Wettbewerbs
Ursache dafür sei zum Einen, dass das Waren- und Dienstleistungsangebot immer breiter und komplexer würden, sagte Justizminister Michael Böhmdorfer (F) bei der Präsentation der Untersuchung am Mittwoch vor Journalisten. Konsumenten bräuchten daher zusätzliche Information und Unterstützung. Die Unternehmen seien aufgefordert, zu reagieren und entsprechende fachliche Beratung anzubieten.
Zum Anderen sei die Desinformation auch Folge des aggressiven Wettbewerbs in einigen Branchen. Böhmdorfer werde daher "grobe Wettbewerbsverstöße von Firmen zu Lasten der Verbraucher in Zukunft mit Hilfe der Verbandsklage auf Basis des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb verstärkt prüfen lassen".
Wenig Probleme im Internetbereich
Überraschend wenige Probleme gab es laut Untersuchung im Bereich des Internet-Handels. 84 Prozent der Befragten gaben an im Internethandel keine Probleme gehabt zu haben. Größter Malus in dem Bereich war der Lieferverzug. In 7 Prozent der Bestellungen, wurde die Ware nicht zeitgerecht zugestellt. Als "durchschnittlich" erwies sich laut Böhmdorfer in diesem Zusammenhang auch die Zufriedenheit mit den Internetprovidern.
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