Dienstag, 3. April 2001

Ditz: Verschiebung wegen Wirtschaftsprüfungsbericht

ÖIAG-Chef Johannes Ditz dementiert Gerüchte, die TA-Aufsichtsratsitzung sei wegen unerwartet hoher Verlust verschoben worden. Grund sei der Bericht des Wirtschaftsprüfers - der sei eine Woche zu spät fertig geworden.

Die Verschiebung der Aufsichtsratssitzung der Telekom Austria (TA) von gestern Montag auf den 10. April sei notwendig geworden, da der Bericht des Wirtschaftsprüfers eine Woche später fertig werde, sagte ÖIAG-Chef Johannes Ditz. Ohne das komplette Zahlenwerk könne der Finanzausschuss des TA-Aufsichtsrats nicht zusammentreten. Derzeit werde an der Bilanz der TA AG und des TA-Konzerns noch gearbeitet.

Die Konzernbilanz müsse noch den Investoren vorgelegt werden (29,8 Prozent an der TA hält Telecom Italia, dazu noch 25 Prozent an der Mobilkom Austria. Die ÖIAG hat 44,4 Prozent der TA-Aktien, der Rest ist Streubesitz).


In Österreich gibt es viele Gerüchte
Zur Höhe des Jahresergebnisses 2000 der TA gab Ditz "keinen Kommentar". Damit habe sich der Aufsichtsrat zu beschäftigen. "In Österreich gibt es immer tausend Gerüchte", so Ditz zu Berichten, dass TA Finanzvorstand Stefano Colombo vor der Ablöse stehe. Ditz verwies auf Aussagen von TA-General Heinz Sundt - ("die Zusammenarbeit im TA-Vorstand ist intakt") und von ihm, Ditz, selbst, dass in der TA "business as usual" gemacht werde.

Im Umfeld der ÖIAG Aufsichtsratssitzung waren in der Vorwoche Gerüchte aufgetaucht, die TA habe für 2000 ein unerwartet hohes negatives Jahresergebnis von 7 Mrd. S vorgelegt, das bilanztechnisch auf 6 bis 6,5 Mrd. S "heruntergerechnet" werden solle. Analysten heimischer Großbanken hatten, noch vor Bekanntwerden der verschobenen Aufsichtsratssitzung, einen Ergebniseinbruch des TA-Konzerns vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) auf durchschnittlich 886,4 Mill. Euro erwartet, das wären um rund 40 Prozent weniger als 1999, als die TA inklusive Mobilkom ein EBITDA von 1,478 Mrd. Euro erzielte.

3.4.2001 15:52