Draxler: Bewerbung mit Bedingungen

"Ich habe mich als ÖBB-Generaldirektor für eine weitere Funktionsperiode beworben". Diese nicht überraschende Aussage machte ÖBB Generaldirektor Helmut Draxler am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Zu seiner Bewerbung habe er jedoch "Rahmenbedingungen verlangt, die umsetzbar sind".
Als wesentlich gilt für Draxler, dass die ÖBB nicht in eine Infrastruktur- und Absatzgesellschaft getrennt werden, wie dies die ÖVP verlangt, sondern mit einer Management-Holding zusammengehalten werden, was sowohl Maastrichtkonform als auch steuerschonender wäre als getrennt besteuerte Einzelgesellschaften.
Produktivität um 20 Prozent steigern
Weiters pocht Draxler auf ein Dreipunkteprogramm, mit dem die Produktivität der ÖBB in den nächsten fünf bis sechs Jahren um 20 bis 25 Prozent gesteigert werden soll, was nur zusammen mit der Infrastruktur möglich wäre. Seit 1993 ist die Produktivität der ÖBB (gerechnet in Einheitskilometern je Mitarbeiter) um 66 Prozent gestiegen, was mit einem Mitarbeiterabbau von rund 15.000 auf 49.300 (bis Ende 2000) verbunden war. Zu dem Programm gehört weiters die "Erzeugung von Liquidität" sowie eine Marktoffensive, damit die ÖBB in der "Champions League" der europäischen Bahnen mitspielen können.
Als Argument für eine Nichttrennung der ÖBB führte Draxler auch die Altschulden an, die dem ÖBB-Absatz mit der Eröffnungsbilanz 1994 in Höhe von 16,5 Mrd. S "aufgehalst" worden seien und die aus Immobilienerlösen abgebaut werden müssen. Bis Ende 2000 wurde der Schuldenstand auf 9,9 Mrd. S reduziert, darüber hinaus haben die ÖBB von 1996 bis 1999 2,6 Mrd. S Dividende an den Bund abgeliefert.
Einen beträchtlichen weiteren Schuldenabbau erwartet Draxler aus dem vor einigen Tagen vorgestellten ÖBB-Immobilienkonzept, das mit der Verwertung nicht mehr betriebsnotwendiger Grundstücke Sondererlöse von 6 bis 7 Mrd. S einspielen soll. Sobald die Altschulden total getilgt sind, dürfen die ÖBB Immobilienerlöse nur mehr in die Infrastruktur fließen lassen.
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