Montag, 2. April 2001

SAirGroup fliegt Milliardenverluste ein

Die SAirGroup hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,885 Milliarden Franken (26 Milliarden Schilling) gemacht. Der Handel an der Börse in Zürich wurde daraufhin ausgesetzt.

Zwei Wochen nach der Übernahme des Chefpostens offenbarte der neue SAir-Chef Mario Corti am Montag in Zürich mit einem Abgang von fast 2,9 Mrd. Franken den größten Verlust in der 70-jährigen Firmengeschichte. Die Aktie der Swissair-Muttergesellschaft wurde in Zürich für den ganzen Tag vom Handel ausgesetzt.

Ausschlaggebend für diesen Rekordverlust waren die Schwierigkeiten bei den ausländischen Beteiligungen. Diese Expansion will Corti zum Teil rückgängig machen.

"Liquidität ist gesichert"
Die Verluste zehrten das Eigenkapital der Gruppe auf. Die Eigenkapitalquote betrug Ende 2000 noch 5,7 Prozent nach 23,4 Prozent vor Jahresfrist. Doch in Zahlungsproblemen steckt die Gesellschaft nicht. "Die Liquidität der Gruppe ist gesichert, da sehe ich keine Probleme", sagte Konzernchef Corti. SAir stehe in Kontakt mit Banken.

Für die Fluglinien gelte, dass sie in Zukunft mindestens ihre Kapitalkosten verdienen müssten, so Corti. Die verwandten Bereiche müssten mehr als die Kapitalkosten hereinholen. Ein weiteres Ziel bestehe darin, die Gruppe radikal zu vereinfachen und mit nur noch wenigen Einheiten zu arbeiten. Die Kundenorientierung müsse verstärkt werden. Corti liess erkennen, dass er viel mehr Wert auf Marketing legen wolle.


Lohnkürzungen für Piloten
Die Swissair-Piloten wollen auf fünf Prozent ihres Lohnes verzichten. Der neue Gesamtarbeitsvertrag werde bis 2005 verlängert. Ihre Hotels und auch einen Teil des Immobilienbesitzes will Sair verkaufen. Auch der Anteil am AUA-Reservationssystem soll verkauft werden.

2.4.2001 17:49