Montag, 2. April 2001

GP von Malaysia: Ralf Schumacher siegt vor Montoya

  • Michael Schumacher nach sensationeller Aufholjagd Dritter
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Gewinnt nicht Michael Schumacher, dann springt sofort Bruder Ralf für ihn ein. Es schaut so aus, als ob die Schumis dem Rest der Formel 1-Welt den Kampf angesagt haben. Einen Doppelsieg für Williams-BMW hat der turbulente Formel 1-GP von Malaysia gebracht. Der Wahl-Salzburger Ralf Schumacher gewann am Sonntag vor seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer war schon in der ersten Kurve mit dem Ferrari von Pole-Mann Michael Schumacher kollidiert und kassierte dafür eine Zeitstrafe. Melbourne-Sieger Schumacher rettete trotz eines zusätzlichen Reparatur-Stopps mit Glück noch Platz drei und führt in der WM nach zwei Läufen mit 14 Punkten vor Montoya (12) und seinem Bruder Ralf (10).

Wie schon vor zwei Wochen beim Auftakt in Australien wurde auch der Malaysia-GP bereits in der ersten Kurve entscheidend geprägt. Dem aus Reihe eins gestarteten Schumacher und Montoya wurde dort der Platz zu eng, die Autos gerieten aneinander. Der Weltmeister musste an der Box eine neue Frontnase abholen und kehrte als 21. auf die Strecke zurück. Montoya verlor ebenfalls viel Boden und wurde zudem in Runde neun wegen einer "vermeidbaren Kollision" als erster Pilot zur so genannten "Durchfahr-Strafe" an die Box beordert. Eine Entscheidung, die für viel Diskussionsstoff sorgte.

Barrichello profitiert
Der große Profiteur des Hick-Hacks zwischen den beiden "Unbeugsamen" war zunächst Schumachers Ferrari-Teamkollege Rubens Barrichello, der das Feld anführte. Der Brasilianer verlor die Führung wegen eines zusätzlichen Tank- und Reifenstopps dann aber an Ralf Schumacher, in der 40. Runde kam für ihn nach einem kapitalen Motorschaden überhaupt das Aus. McLaren-Mercedes verlor innerhalb von nur acht Runden gleich beide Autos durch technische Probleme.

Perfekte Strategie von Ralf
Ralf Schumachers Einstopp-Strategie ging hingegen perfekt auf, mit fast 40 Sekunden Vorsprung auf Montoya feierte er seinen vierten GP-Sieg. "Das war einfach mein Tag heute", freute sich der "kleine Schumi", der zugab, dass ihm der Starcrash zwischen seinem Bruder und Montoya geholfen habe. In Melbourne war es Ralf gewesen, der mit seinem Auffahr-Unfall gegen Barrichello das halbe Feld schon in der ersten Runde ins Aus mitgerissen hatte.

Montoya verärgert
Thema des Tages in Sepang war aber das Gerangel in der ersten Kurve zwischen Michael Schumacher und Montoya. Für die meisten Experten war es ein reiner Rennunfall, trotzdem belegten die Rennkommissäre den verärgerten Kolumbianer mit einer Zeitstrafe. "Ein typischer Vorfall für die erste Kurve, aber die Strafe verstehe ich nicht", meinte auch BMW-Motorsportchef Gerhard Berger.

Exempel statuiert
"Ich hab Michael genug Platz gelassen. Die Entscheidung war unfair, die Strafe dumm", ärgerte sich Montoya und das war noch das harmloseste, was er zu diesem Thema sagte. "Der Rest ist erst nach Mitternacht zitierbar", scherzte Berger aber bald wieder. "Nach einem Doppelsieg sollten wir lieber feiern als diskutieren." Montoya war überzeugt: "In Melbourne waren die Kommissare zu lasch, dafür musste ich jetzt hier bezahlen. Man hat an mir ein Exempel statuiert."

Normaler Rennunfall
Bei Ferrari sah man den Unfall naturgemäß anders. "Ehrlich gesagt, ja", meinte Michael Schumacher auf die Frage, ob die Strafe gegen Montoya gerechtfertigt gewesen sei. Der Deutsche gab aber zu, dass es ein normaler Rennunfall gewesen sei und es ihm mehr darum gehe, endlich eine konsequente Linie bei Strafen zu finden. Ross Brawn war trotzdem überzeugt: "Montoya hat Michael in dieser Kurve einfach zu wenig Platz gelassen."

Aufholjagd von Schumi
Es war erstaunlich genug, dass Montoya und Schumacher trotz der Kollision und jeweils drei Boxenaufenthalten noch auf das Podest fuhren. Beide kämpften sich Platz um Platz nach vorne, Schumacher überholte in der letzten Runde auch noch Pechvogel Jenson Button, dessen Renault mit defektem Hinterreifen immer langsamer wurde. "Gemessen daran was am Start passiert ist, haben wir ein gutes Rennen nach Hause gefahren. Ich habe nie aufgegeben, das hat sich ausgezahlt", sagte Schumacher.

2.4.2001 09:48
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