Jungstar Rossi gewann Königsklasse und 500. GP f. Honda

"Wunderkind" Valentino Rossi ist seiner Favoritenrolle schon zum Saisonauftakt gerecht geworden. Der Italiener gewann in Suzuka den Grand Prix von Japan in der Halbliter-Klasse und bescherte Hersteller Honda den 500. Sieg in der Straßen-WM. Die weiteren Klassen gewannen die Japaner Daijiro Katoh (250 ccm) und Masao Azuma (125 ccm) auf Honda. Katja Poensgen kam bei den 250ern durch, schlug sich tapfer, wurde allerdings auf ihrer Aprilia Letzte (23. Platz).
Eine großartige Show sei dies gewesen, sagte Rossi nach seinem dritten Triumph in der 500er- Klasse. An den spektakulärsten Vorfällen des tollen Rennens war der unbekümmerte Italiener selbst beteiligt. Zunächst wurde er von Max Biaggi bei einem Überholversuch mit dem Ellbogen gerempelt und neben die Piste bugsiert, dann passierte er innerhalb weniger hundert Meter der Reihe nach Tohru Ukawa, Biaggi, Shinya Nakano und Garry McCoy und stieß so spektakulär von der fünften Stelle an die Spitze vor.
Mühe hatte Rossi, der seine Führung zwischendurch auf über drei Sekunden ausbaute, nur in der Startrunde. "Da bin ich zu wenig aggressiv gefahren", sagte der 22-Jährige. Hinter ihm klassierten sich in der Rangliste mit Red Bull-Pilot McCoy, Biaggi, Vorjahressieger Norifumi Abe und Shinya Nakano gleich vier Yamaha-Fahrer. Der aus der 250-er-Klasse aufgestiegene Nakano war der einzige "Neuling", der mit seinem Einstand zufrieden sein konnte. Ukawa stürzte an dritter Stelle liegend, Nakanos Teamgefährte Olivier Jacque, der amtierende 250er-Weltmeister, gab auf. Der Franzose ist nach wie vor durch eine Handverletzung gehandicapt.
Kenny Roberts gehört zu den Geschlagenen
Zu den Geschlagenen zählte auch Titelverteidiger Kenny Roberts. Der Amerikaner, dessen Team die schon vor Wochen zu Tage getretenen Probleme an der Suzuki offensichtlich immer noch nicht in den Griff bekommen hat, kam nicht über Platz sieben hinaus.
Bei den 250ern war Katoh wie erwartet eine Klasse für sich. Auf der "Achterbahn", auf der er mit der Honda Tausende von Testkilometern abgespult und bereits die GP von 1997, 1998 und 2000 gewonnen hatte, siegte der Japaner mit über 18 Sekunden Vorsprung auf Tetsuya Harada. Wider Erwarten am Start war der 18-jährige Marco Melandri, der sich am Samstag bei einem Trainingssturz die Schulter ausgekugelt hatte. Er wurde Sechster. Die Deutsche Katja Poensgen, die als erste Frau überhaupt die 250er-WM bestreitet, belegte mit einer Runde Rückstand den 22. und letzten Platz.
Bei den 125ern führte Azuma die Entscheidung in der Schlussrunde herbei. Mit seinem insgesamt achten Grand Prix-Triumph hielt er die japanische Erfolgsserie aufrecht. Seit 1993, als der Deutsche Dirk Raudies gewonnen hatte, gab es bei den Japan-GP's in der Klasse bis 125 ccm nur einheimische Gewinner. Die Japaner hätten wohl wie im Vorjahr einen Dreifach-Erfolg gefeiert, wäre Noboru Ueda nicht gestürzt. Der bald 34-Jährige schied in Führung liegend nach einem Furcht erregenden "Highsider" vier Runden vor Schluss aus.
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