Nur wenig Chancen für unsere Tennis-Girls in Australien

Österreichs Herren sind ab Freitag im Daviscup-Duell mit Kroatien Außenseiter. Und auch die ÖTV-Damen ziehen nur mit geringen Siegeschancen in das Fed Cup-Duell mit Australien, das am 28./29. April in Adelaide auf Rasen ausgetragen wird. Schließlich muss man davon ausgehen, dass Barbara Schett - wie bereits bei den Australian Open angekündigt - in "Down Under" fehlen wird.
Ihre definitive Entscheidung will die Tirolerin aber erst nach Estoril bekanntgeben, wo sie in der kommenden Woche die europäische Sandplatzsaison beginnt. "Ihr Antreten in Australien ist eher unwahrscheinlich, weil sie zuletzt bei den US-Turnieren nicht die eingeplanten Punkte geholt hat", sagte dazu am Dienstag ihr Manager Marc Habermann.
Filip Krajcik würde Schetts Absenz natürlich sehr bedauern, hat aber für die sportlichen Überlegungen der heimischen Nummer eins (sie möchte durch gute Ergebnisse wieder unter die Top 15) gewisses Verständnis. "Wenn man den Fed Cup ernst nimmt, kostet der Australien-Trip jede Spielerin drei Wochen", sagt Österreichs Fed Cup-Captain, der deshalb auch die neue Form des Fed Cups nicht für gut hält.
Sollte Schett definitiv ausfallen, würde er mit Sylvia Plischke, Patricia Wartusch und Marion Maruska ("ihr jüngster Challenger-Erfolg in den USA ist ein Lichtblick") den Trip nach Australien antreten. Dazu käme als vierte Spielerin wahrscheinlich Evelyn Fauth oder die Tirolerin Petra Russegger, die zuletzt auf Nebenfronten in Übersee mit einigen guten Ergebnissen aufgewartet hat und sich auf schnellen Belägen (sie ist regierende Hallen-Staatsmeisterin) recht wohl fühlt.
Damentennis begeistert immer mehr
Das Damen-Tennis befindet sich auf internationaler Ebene unübersehbar im Aufwind. Starke Leistungen, sportliche Rivalitäten und vor allem auch Sex-Appeal (Kurnikowa) haben dazu geführt, dass das "schwache Geschlecht" in der Gunst des Publikums erheblich aufgeholt hat und laut Peter-Michael Reichel mit den Herren auf einer Stufe steht. "Beide befinden sich nun bei Preisgeld-Verhandlungen auf dem selben Niveau", bemerkte dazu der Veranstalter der Damenturniere in Linz und Wien, der seit kurzem dem "WTA-Board of Directors" angehört und damit direkt an den internationalen "Schalthebeln" sitzt.
Martina Hingis, Venus und Serena Williams, Anna Kurnikowa etc. locken aber die Tennisfans nicht nur vor die TV-Schirme, sondern auch in die diversen Arenen. Mit über 4,1 Millionen Besuchern verzeichnete die WTA-Tour im Vorjahr einen neuen Rekord. Seit 1997 beträgt die Zuwachsrate stolze 16,2 Prozent. Das befriedigt natürlich auch Hauptsponsor Sanex , der zwischen 2000 und 2004 nicht weniger als eine Milliarde S investiert hat.
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