Zeit für Regelung der Beziehungen läuft aus

Ist Jugoslawien bald Vergangenheit? Nach den Worten des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica würde Belgrad eine eventuelle Loslösung Montenegros aus dem Staatenbund mit Serbien akzeptieren.
Gegenüber dem privaten Belgrader Fernsehsender "BK" sagte Kostunica am Sonntag, dies gelte auch für den Fall, dass dies unter "Missachtung der montenegrinischen Verfassung" passiere. Kostunica fügte hinzu, die Zeit, um die Beziehungen zwischen Serbien und Montenegro zu regeln, laufe aus.
Der jugoslawische Präsident bekräftigte gegenüber dem TV-Sender seinen Vorschlag, die Bundesrepublik Jugoslawien in eine "funktionelle Föderation" umzuwandeln. Die Regierung in Podgorica, die Ende des Vorjahres eine Union zweier unabhängiger Staaten vorgeschlagen hatte, steht diesem Vorschlag Kostunicas allerdings ablehnend gegenüber.
Der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic kündigte unterdessen die Bildung "montenegrinischer Streitkräfte" sowie die "Herstellung der Kontrolle über den montenegrinischen Luftraum und die Flughäfen" der jugoslawischen Teilrepublik an.
Djukanovic, der fest entschlossen ist, seine kleine Republik in die staatliche Unabhängigkeit zu führen, sprach bei einer Wahlkundgebung bei Niksic. Mit der Bildung montenegrinischer Streitkräfte werde die "letzte Funktion der montenegrinischen Staatlichkeit" errichtet, sagte er. Die Bildung eigener Streitkräfte hatte zuvor auch Ministerpräsident Filip Vujanovic angekündigt.
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