Riess-Passer im FORMAT-Interview

Die Vizekanzlerin und FPÖ-Chefin Susanne Riess-Passer über
die Pannenserie ihrer Partei und die ÖVP-Landeshauptleute.
FORMAT: Es ist bislang nicht das Jahr der FPÖ, oder?
Riess-Passer: Aber es kann noch besser werden. Es hat vielleicht schlecht begonnen. Und es gibt anscheinend das Gesetz der Serie.
FORMAT: Die FPÖ hat offensichtlich ein Problem, alle wichtigen Positionen mit qualifiziertem Personal zu besetzen.
Riess-Passer: Wenn Sie den Fall Fabel meinen, so ist das etwas, was jedem passieren kann. Das ist in der Optik fatal, aber nicht verhinderbar. Was sicher stimmt, ist, daß wir nicht gute, sondern wirklich exzellente Leute brauchen, die sich gegen einen mächtigen Beamtenapparat durchsetzen können. Solche Leute sitzen nicht im Rudel herum, aber die Mehrheit unserer Leute ist exzellent.
FORMAT: Ist die angekündigte Parteireform schon angelaufen?
Der Parteikongreß wird im Juni stattfinden. Schon jetzt starte ich eine Tour durch die Bundesländer. Nicht nur ich, sondern auch alle anderen Regierungsmitglieder. Das Motto heißt: „Freiheitliche Bürgergespräche, reden wir darüber.“
FORMAT: Die ÖVP-Landeshauptleute haben wieder die Unprofessionalität der FPÖ-Minister kritisiert.
Riess-Passer: Die Regierung war in
den letzten Wochen überhaupt nicht professionell. Das betrifft die FPÖ genauso wie die ÖVP. Der Herr Pröll soll sich um seine, ich mich um meine Leute kümmern. Das habe ich ihm auch persönlich gesagt.
FORMAT: Gestritten wird auch um die anstehende Verwaltungsreform.
Riess-Passer: Ich verstehe diese Hysterie überhaupt nicht. Die Länder klagen den Bund, jede Kleinigkeit, wie die Werbezeiten im ORF, wird zum großen Staatsthema hochstilisiert. Ich würde mir weniger Aufgeregtheit wünschen. Dieses Hickhack stört die Österreicher insgesamt.
FORMAT: Einer der Landeshauptleute heißt Jörg Haider.
Riess-Passer: Gegen etwas Muskelspiel der Länder habe ich nichts, es sollte nur sachlich bleiben.
FORMAT: Fehlt Ihnen ein Machtwort des Bundeskanzlers?
Riess-Passer: Ich hoffe, daß es kommt.
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