Kein Streik aber Dienst nach Vorschrift

Die AHS-Lehrer machen im kommenden Schuljahr "Dienst nach Vorschrift". Dies hat eine Urabstimmung unter den rund 20.000 AHS-Lehrern in Österreich ergeben.
Eingeschränkt werden vor allem "außerunterrichtliche" und administrative Tätigkeiten, die nicht ausdrücklich vorgeschrieben sind, so der Vorsitzende der Sektion AHS-Lehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Helmut Jantschitsch.
Welche Tätigkeiten eingestellt werden:
Eingestellt werden etwa Tätigkeiten im Rahmen der Schulbuchaktion und der Schülerfreifahrt sowie das Schul- und Klassensparen. Ebenfalls wegfallen werden "alle administrativen Tätigkeiten, die aus pädagogischer Sicht nicht notwendig sind" wie die Führung von Statistiken und die Berechnung von Fehlstunden. Keine Mithilfe wird es bei Impfaktionen oder beim Schulfotograf geben. Elterngespräche sollen ausschließlich in den Sprechstunden stattfinden.
Zwei-Drittel-Mehrheit für Streik nicht erreicht
Bei der Frage nach einem gemeinsamen Streik mit BHS- oder Pflichtschullehrern und nach einem Boykott von Sport-, Sprach- und Projektwochen votierten zwar auch mehr als die Hälfte der AHS-Lehrer für Kampfmaßnahmen, die Zustimmung blieb jedoch unter dem vorgesehenen Zwei-Drittel-Quorum.
Ob eintägige Schulveranstaltungen wie Lehrausgänge, Wandertage, Exkursionen oder Konzert- und Theaterbesuche ebenfalls boykottiert werden, ist noch unklar.
Unabhängig von der Urabstimmung haben schon zahlreiche Schulen Boykottmaßnahmen wie den Entfall von Schulveranstaltungen bzw. Schikursen und Sprachwochen beschlossen. Lehrern an diesen Schulen will Jantschitsch die Beratung der GÖD zukommen lassen, sollten sie damit gegen das Dienstrecht verstoßen.
Der Auslöser: Budgetbegleitgesetz
Der Protest der Lehrer richtet sich wie schon beim Warnstreik im Dezember des Vorjahres vor allem gegen Neuregelungen bei der Bewertung von Klassenvorstands- und Kustodiatstätigkeiten durch das im November 2000 verabschiedete Budgetbegleitgesetz.
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