EU soll Washington zum Einlenken drängen

Das Europaparlament hat die Ablehnung des Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz durch die USA scharf verurteilt. Die neue Regierung unter Präsident George Bush opfere die "Langzeitinteressen der Mehrheit der Weltbevölkerung" der "Profitgier" von US-Unternehmen, stellte die Straßburger Versammlung am Donnerstag abend in einer Entschließung fest.
Durch die Ablehnung der Vereinbarung durch die USA als weltweit größtem Luftverschmutzer drohe nun ein Scheitern des gesamten Kyoto-Prozesses, heißt es in dem Text.
Kommissar Pascal Lamy (Bild) erklärte, die EU werde alles daransetzen, um den Kyoto-Prozess trotz der US-Kehrtwende zu retten. Die Union selbst wolle das Protokoll wie geplant bis 2002 ratifizieren, auch wenn die USA bei ihrem Nein bleiben sollten.
Die Vereinbarung zielt darauf ab, die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Der frühere US-Präsident Bill Clinton hatte das Protokoll unterzeichnet und sogar eine überdurchschnittliche Verminderung der Treibhausgase bis 2012 um sieben Prozent zugesagt. Die EU will mit gutem Beispiel vorangehen und in ihrem Bereich eine Reduzierung der Emissionen um acht Prozent erreichen.
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