Mittwoch, 4. April 2001

Schweizer Experte beanstandet Schrottreaktor

Weiterhin eine breite Front der Ablehnung gibt es für das umstrittene Kernkraftwerk Temelin. Jetzt wird gefordert, dass auch das Gutachten eines schweizer Experten in das UVP-Verfahren einbezogen wird. Auch in diesem Gutachten werden gravierende Sicherheitsprobleme konstatiert.

Der Schweizer Professor Rudolf Pahr war vom Temelin-Betreiber CEZ eingeladen worden, die Großturbine in dem AKW - bei der es immer wieder Probleme gibt - zu untersuchen. Pahr kam angeblich zu dem Schluss, dass die Beseitigung der Vibrationen bei der Turbine mehrere Jahre dauern könnte, sofern sich dieses Problem überhaupt lösen lasse. Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (V) dazu: "Der anerkannte Experte muss unbedingt im Rahmen der UVP und der Sicherheitsüberprüfung Temelins gehört und sein Gutachten zum Gegenstand dieser Prüfungen gemacht werden". Er werde dieses Verlangen auch an EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen herantragen, kündigte Pühringer an.

Oberösterreichs Umweltlandesrätin Ursula Haubner (F) verwies ebenfalls darauf, dass die Turbinenprobleme nach den Feststellungen von Professor Pahr schwerwiegend seien, wie überhaupt die bisherigen 16 Pannen in Temelin "eine mehr als deutliche Sprache" sprechen würden. Haubner forderte einen Betriebsstopp in Temelin bis zum Abschluss der Gesamt-UVP. Ebenso verlangte der freiheitliche Landtagsabgeordnete aus dem Mühlviertel, Max Walch, Österreich müsse mehr Druck auf Tschechien ausüben, "damit der Schrottreaktor Temelin während der vereinbarten Umweltverträglichkeits- und Sicherheitsüberprüfung stillgelegt wird".

4.4.2001 14:42