Samstag, 7. April 2001

Festnahme des Bruders hat er "schmerzlich erlebt"

Borislav Milosevic hat Angst um das Leben seines Bruders Slobodan Milosevic. Besonders fürchten würde er sich, sollte sein Bruder an das UNO-Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag ausgeliefert werden, so Borislav Milosevic in einem Interview.

Er hoffe aber, dass mit seinem jüngeren Bruder verständnisvoll, human und rechtmäßig umgegangen werde. Zudem erwarte er, dass es Slobodan Milosevic "als 60-jährigem und ehemaligem Staatschef" erlaubt werden würde, für die Freiheit zu kämpfen. Jetzt sorge er sich aber vor allem - auch wenn er dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica "voll vertraue", dass "jene Kräfte in Belgrad siegen, die für die Auslieferung, für den weiteren Verkauf von Slobodan Milosevic sind".

Die Festnahme seines Bruders habe er "schmerzlich erlebt". Branislav Milosevic fügte aber auch hinzu, dass er die Verhaftung seines Bruder gar nicht erwartet hätte. Insbesondere hätte er sich nicht vorstellen können, dass "jene unter uns noch lauter werden, die, ohne Scham und nicht ein Mal die Staatsinteressen berücksichtigend, verlangen, dass er dem Haager Tribunal übergeben wird". Wie er die Festnahme seines Bruders politisch einschätze? "Das ist mehr als ein Verbrechen, das ist "ein Fehler", so Branislav Milosevic.

7.4.2001 08:32