Keine Zustimmung für ägyptisch-jordanische Initiative

Israel hat am Dienstag drei der sechs am Sonntag entführten Mitglieder der palästinensischen Elite-Einheit "Force 17" überraschend freigelassen. Zugleich hat die israelische Regierung den von Ägypten und Jordanien vorgelegten Plan zur Beendigung des blutigen Konflikts mit den Palästinensern abgelehnt.
Jüdische Siedler verstärken unterdessen den Druck auf den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, um die Regierung zu einem rigoroseren Vorgehen gegen palästinensische Terroristen zu veranlassen.
Die drei freigelassenen Palästinenser waren von einer Spezialeinheit der israelischen Armee aus den Selbstverwaltungsgebieten gekidnappt worden. Im Verlauf ihres Verhörs sei klar geworden, dass sie nicht an Angriffen auf Israelis beteiligt gewesen seien, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Dienstag.
Der israelische Kabinettsminister Danny Naveh erklärte am Dienstag, der gemeinsame Friedensplan Ägyptens und Jordaniens sei "eine verkappte palästinensische Initiative". Der ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak hatte den Plan am Montag US-Präsident George W. Bush in Washington vorgelegt.
Gemeinsame Initiative von Ägypten u. Jordanien
Ägypten und Jordanien haben in ihrer gemeinsamen Initiative vorgeschlagen, dass Israel in Erfüllung der Oslo-Abkommen zunächst seine Truppen aus weiteren Teilen der besetzten Gebiete zurückzieht. Die beiden Konfliktseiten sollten Maßnahmen zur Beruhigung der Lage ergreifen, wie sie im vergangenen Oktober in Sharm el Sheikh unter Vermittlung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton beschlossen worden waren. Anschließend sollten Verhandlungen über ein umfassendes Friedensabkommen auf der Grundlage der Ende Jänner in Taba getroffenen Vereinbarungen beginnen.
Sowohl Ministerpräsident Sharon als auch Außenminister Shimon Peres haben die ägyptisch-jordanische Initiative als Versuch abgelehnt, Israel ungeachtet der andauernden Gewalt in den Palästinensergebieten an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Mubarak hatte bei seiner Begegnung mit Bush betont, er hoffe auf "äußerste Anstrengungen" der US-Regierung. Diese müsse versuchen, die Kluft zwischen Palästinensern und Israelis zu überbrücken, "die USA können sich nicht einfach heraushalten".
Jüdische Siedler aus dem Westjordanland schleppten am Dienstag ein von Schüssen durchlöchertes Auto vor den Amtssitz Sharons in Jerusalem. Sie erklärten, sie seien verärgert, weil der Regierungschef nicht ausreichend militärische Gewalt einsetze, um die Unruhen zu beenden. Bei neuen Gefechten wurde in der Nähe von Bethlehem ein israelischer Soldat getötet.
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