Dienstag, 3. April 2001

Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft übergeben

Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Patrick Ortlieb ist von der Polizei in Innsbruck im Zusammenhang mit einer "Sexaffäre" am Flughafen einvernommen worden. Die Angelegenheit wurde nun an die Staatsanwaltschaft weiter gegeben.

Weitere Details wurden vorerst nicht bekannt gegeben. Ortlieb, der sich auf einer Geschäftsreise in Kanada aufgehalten hatte, hatte bisher seine Unschuld beteuert.

Am Dienstag vergangener Woche war eine verwirrte 34-jährige Frau am Innsbrucker Flughafen aufgegriffen worden. Büstenhalter, Slip und ein 1.000 Schilling-Schein waren neben ihr auf dem Boden gelegen. Laut Überwachungskamera war die Frau aus dem Wagen Ortliebs gestiegen.

Der Abgeordnete soll die Frau in dieser Nacht in einem Innsbrucker Innenstadtlokal kennen gelernt haben. Anschließend hatte er die 34-Jährige mit seinem Auto zum Flughafen gebracht. Dies habe er nur deshalb gemacht, "weil ich mir gedacht habe, dort kriegt sie schneller ein Taxi", hatte der Vorarlberger in einer ersten Stellungnahme betont. Der Ex-Sportler war vorerst zu keiner weiteren Stellungnahme bereit.

Wie ärztliche Untersuchungen ergeben hatten, musste die Frau kurz vor ihrer Auffindung Geschlechtsverkehr gehabt haben. Ob dies freiwillig oder unfreiwillig geschehen war, konnte vorerst noch nicht geklärt werden. Da die Frau völlig verstört war und keinerlei Angaben machen konnte, war eine Untersuchung auf K.O.-Tropfen oder Drogenkonsum durchgeführt worden. Ein Schnelltest war negativ verlaufen, die detaillierte chemische Analyse stand vorerst noch aus. Das Ergebnis wurde noch für diese Woche erwartet.

Der SPÖ-Klubobmann LAbg. Walter Guggenberger erklärte zu dieser Angelegeheit: "Was die Vorfälle im Parkhaus anlangt, gilt natürlich auch für ihn (Ortlieb, Anm.) die gesetzliche Unschuldsvermutung. Wenn er die Öffentlichkeit für dumm verkaufen will, indem er treuherzig erklärt, er habe die Frau frühmorgens in das Flughafenparkhaus bringen müssen, weil sie dort leichter ein Taxi findet, werden ihm diese Geschichte nicht einmal die gutgläubigsten FPÖ-Wähler abnehmen." Die Leute seien "Gott sei Dank klüger, als es der FPÖ lieb ist", betonte Guggenberger in einer Aussendung.

3.4.2001 17:15