Heftige Zusammenstöße in Palästinenser-Gebieten

Im Westjordanland ist erneut ein israelischer Soldat von Palästinensern erschossen worden. Nach israelischen Angaben wurde der 19-jährige Unteroffizier von einem Scharfschützen nahe Bethlehem durch zwei Schüsse tödlich verletzt.
Es war der zweite israelische Soldat, der binnen 24 Stunden im Westjordanland getötet wurde. Nach dem Vorfall in Bethlehem kam es dort zu einem heftigen Feuergefecht, bei dem die israelische Armee auch Panzergranaten einsetzte.
Nach palästinensischen Angaben wurden dabei sechs Palästinenser verletzt, darunter ein vierjähriges Mädchen schwer. Auch im Gaza-Streifen kam es nach der Beerdigung eines von der israelischen Armee erschossenen Palästinensers zu Zusammenstößen.
Armee tötet gezielt Mitglied einer extremistischen Oranisation
Zuvor hat die israelische Armee gezielt ein führendes Mitglied der extremistischen Organisation "Islamischer Heiliger Krieg" (Dschihad) getötet. Der 26-jährige Mohammed Abdel Aal war in seinem Auto in der Stadt Rafach im Süden des Gazastreifens unterwegs, als er von zwei Kampfhubschraubern mit Raketen angegriffen wurde. Abdel Aal war auf der Stelle tot, sein Beifahrer wurde schwer verletzt. Die Palästinenser sprachen von einer "Hinrichtung".
Auch aus anderen Teilen des Westjordanlandes und des Gazastreifens wurden wieder Zusammenstöße gemeldet. Wie der israelische Rundfunk berichtete, wurde der Kontrollpunkt Erez am Eingang zum Gazastreifen von Palästinensern mit Granaten beschossen. Angaben über mögliche Verletzte gab es nicht.
Mubarak zu Beratungen bei Bush
Vor dem Hintergrund der Eskalation in Nahost hat Ägyptens Staatschef Hosni Mubarak in Washington mit US-Präsident George Bush über Möglichkeiten zur Eindämmung der Gewalt beraten. Bush versicherte, er werde mit Ägypten und allen anderen Staaten bei dem Versuch zusammenarbeiten, die Gewalt zu beenden und dem Nahen Osten Frieden zu bringen.
Mubarak, der als erster arabischer Staatsmann seit dem US-Regierungswechsel mit Bush zusammenkam, bezeichnete den Präsidenten als einen Freund. Er hoffe auf "äußerste Anstrengungen" durch die US- Regierung. In einer Woche kommt auch der jordanische König Abdullah nach Washington. Im arabischen Lager war der Verdacht geäußert worden, dass Bush Israel im Konflikt mit den Palästinensern favorisiere.
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