Mittwoch, 4. April 2001

SPEZIAL: FLEISCHKRISE

Wegen des Verdachts auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Nähe der Stadt Gießen ist ein zweiter Hof in Deutschland abgeriegelt worden. Der Tierbestand werde getötet, sagte ein Sprecher der Gießener Polizei.

Der Hof ist rund sechs Kilometer von der Gärtnerei in Krofdorf- Gleiberg entfernt, wo ein Tierarzt an zehn erkrankten Schafen die typischen MKS-Symptome entdeckte. Erste Testergebnisse für verdächtige Tiere in Hessen werden heute erwartet. Unabhängig von den Resultaten bereitet sich das Bundesministerium für Verbraucherschutz auf den Ausbruch der Seuche vor.

Ein Tier, an dem die Symptome in Hessen festgestellt wurden, ist vor zehn Tagen auf dem nun zweiten betroffenen Hof in Biebertal gewesen. Die Tötung der Tiere ist eine Vorsichtsmaßnahme. Um beide Höfe sind Absperrungen im Radius von drei Kilometern errichtet worden. "Alle Fahrzeuge, die das Gebiet verlassen, werden desinfiziert." Rund 60 Polizisten sind im Einsatz. Nähere Einzelheiten zu dem zweiten betroffenen Hof gibt es zunächst nicht.

Ein akuter Verdacht bei Tieren auf einem Hof im Münsterland hatte sich am Dienstag zunächst nicht bestätigt. Schnelltests bei Schweinen von einem Bestand in Horstmar-Leer waren negativ. Das endgültige Ergebnis aus dem Tübinger Referenzlabor wird aber erst in den kommenden Tagen vorgelegt. In Münster wies die Bezirksregierung am Abend darauf hin, dass auf dem Hof bislang lediglich keine MKS- Antikörper nachgewiesen wurden. Entscheidend sei jedoch der Virusnachweis, der voraussichtlich erst Ende der Woche vorliege. Bis dahin gebe es keine Entwarnung.

Die Niederlande wollen in der besonders bedrohten Region 115 000 Tiere gegen MKS impfen. Die EU-Behörden hätten der Aktion zugestimmt, teilte Landwirtschaftsminister Laurens Brinkhorst am Abend in Den Haag mit. Die geimpften Tiere sollen zunächst am Leben bleiben. Die Zahl der MKS-Erkrankungen in den Niederlanden stieg auf 15.

Im besonders schwer von der Seuche betroffenen Großbritannien ist die Zahl der MKS-Fälle auf mehr als 950 angestiegen. Die Kadaver von fast 900 Rindern und Schafen müssen wieder ausgegraben werden, weil von ihnen eine Gefahr für die Wasserversorgung ausgeht. Auch in Dänemark gibt es inzwischen einen Verdachtsfall der Tierseuche.

4.4.2001 11:49