Montag, 2. April 2001

FPÖ-Generalsekretär Sichrovsky vs. Muzicant

FPÖ-Generalsekretär Sichrovsky leitet rechtliche Schritte gegen den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Muzicant, ein. Als Begründung führt er an, Muzicant habe in einem Interview mit der "New York Times" behauptet, dass der einzige Grund für sein Engagement bei der FPÖ seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber seiner Ex-Frau und den Kindern sei.

"Diese Form der Verleumdung, üblen Nachrede und Rufschädigung kann nur einer geistigen Haltung entspringen, die eine politische Überzeugung von der jeweiligen finanziellen Zuwendung abhängig macht," erklärte Sichrovsky. Muzicant habe damit "seine hysterische Hetze" gegen Gemeindemitglieder, die eine andere politische Meinung als er haben, auf deren Familie und Angehörige, ausgeweitet.

"Dieser wohl einmalige Fall in der Geschichte des Verhaltens eines IKG-Präsidenten gegen eine jüdische Familie hat nur noch Symbolkraft für den politischen Missbrauch der jetzigen IKG-Führung, die sich selbst stets als Opfer und Verfolgte präsentiert, doch für die Begriffe wie Toleranz und Respekt keinen Wert haben. Bei den, diesem Vorwurf folgenden, gerichtlichen Auseinandersetzungen wird es interessant sein, wie Dr. Muzicant den Wahrheitsbeweis für diese Verleumdung antreten wird", sagte Sichrovsky.

2.4.2001 12:55