NEWS zeigt auf: Mehr Auto für Ihr Geld

Bei welchen Autos Sie wirklich sparen können: Diashow
Radio und Zeitungen sind derzeit voll mit Auto-Rabatt-Offerten: Eintauschprämien, Benzingutscheine und Sondermodelle sollen den Kunden Lust auf ein neues Auto machen. Und auch abseits der Aktions-Angebote heißt die Verkaufspolitik vieler Händler "Hosen runter".
Tatsächlich ist der Autokauf heute so billig wie nie zuvor. Für voll mit Sonderausstattungen aufmunitionierte Boliden muss nicht mehr gezahlt werden als vor Jahren für Autos mit Kurbelfenstern. Dazu locken die Händler laufend mit Sonderangeboten. Und die erfeilschten Rabatte sind seit Jahren um nichts kleiner geworden.
Was sich für Kaufwillige wie ein Einkaufseldorado präsentiert, hat viele Autohändler im letzten Jahr die Firmenexistenz gekostet. Das Auto-Biz hat schon bessere Zeiten gesehen und kämpft nun mit allen Mitteln um jeden Kunden. Heinz Havelka, Honda-Händler und Branchensprecher: "In der Branche herrscht die große Aktionitis. Jede Marke bietet den Kunden Extrazugaben und eine Fülle von Sondermodellen, um noch Impulse im schrumpfenden Markt zu setzen."
Der Preis ist Trumpf. Das Ringen um einen der wichtigsten Trümpfe beim Verkauf eines Autos – den Preis – findet gleich auf mehreren Ebenen statt.
o "Hierzulande findet man es besonders lustig, um den Preis zu feilschen", bestätigt Günter Sieber, Chef des großen Autohändlers Denzel. Und diese Rabattjagd zahlt sich wahrlich aus. Abschläge zwischen neun und 12 Prozent des Listenpreises bei den kleineren Boliden und bis zu 22 Prozent bei den größeren sind laut Brancheninsidern zu ergattern. Wobei besonders happige Rabatte bei Auslaufmodellen und kurzzeitig angemeldeten Vorführwagen geboten werden.
o Eine weitere Möglichkeit, einige Tausender zu sparen, sind die Aktionsprogramme der Hersteller. Damit wird versucht, wenigstens kurzfristig den Marktanteil anzuheben.
Insgesamt erhält der Kunde heute für sein Geld mehr Auto denn je: "Die Autos werden nicht billiger, aber im Vergleich zu früher ist heute bereits eine überkomplette Ausstattung inkludiert", sagt Friedrich Frey, Eigentümer von Toyota Frey.
Händler unter Druck. Unter dem Druck dieser Umstände mussten allein im Vorjahr über 50 der zuletzt 3.100 Autohändler Konkursanträge stellen. Von den verbleibenden macht die Hälfte Verluste und agiert am Existenzminimum. "Der Konzentrationsprozess hat bereits vor rund drei Jahren begonnen und wird noch weitergehen", malt Wolfgang Weiss, Geschäftsführer von Mazda Austria, die Zukunft in dunklen Farben. Wolf-Dieter Hellmaier, Geschäftsführer des VW-Konzern-Importeurs Porsche Austria, bestätigt: "Es gibt nirgends so eine brutale Konkurrenz wie im Autogeschäft." Die Gründe dafür sind vielfältig:
o Dem fortgesetzten Preisdruck der Konsumenten stehen immer geringere Handelsspannen gegenüber. Wer nahezu die gesamte Marge in Form von Rabatten weitergibt, kann auf Dauer nicht überleben.
o Die Autohäuser kämpfen mit Auslastungsproblemen im lukrativen Werkstättengeschäft. Die Wagen werden immer robuster und dadurch die Serviceintervalle immer länger.
o Die Importeure wickeln ihren Vertrieb stärker über wenige Haupthändler ab. Die restlichen erhalten nur Subverträge.
Gerhard Lustig, Branchenexperte, sieht darin die "Todesschlinge für die kleinen Händler". Denn bei geringeren Margen müssen diese weiterhin den Kunden dieselben konkurrenzfähigen Preise bieten. Für Ludwig Leshel vom Autoimporteur Fiat ist die Entwicklung trotzdem positiv: "Ein starker Wettbewerb ist letztendlich gut für die Kreativität des Gesamtmarktes."
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