Mittwoch, 28. März 2001

Jeder zehnte Mönch ist ein Junkie

Sie streben nach Erleuchtung. Um dem Irdischen zu entfliehen, greifen viele thailändische Mönche zu harten Drogen.

In dem ostasiatischen Land ist nach offiziellen Angaben jeder zehnte der rund 300.000 buddhistischen Mönche drogenabhängig und hat sich bereits um eine entsprechende Therapie bemüht. Das berichtet die Zeitung "Bangkok Post" unter Berufung auf das staatliche Büro für religiöse Angelegenheiten.

Eigentlich haben Drogen auf dem Weg zur Erleuchtung nichts zu suchen. Die Selbstverpflichtungen buddhistischer Mönche ähneln den Geboten christlicher Religionen: nicht töten, lügen, stehlen, schlecht über andere reden, kein privater Besitz, kein Alkohol, Nikotin oder Drogen, kein Sex oder Gedanken daran.

Der Kampf gegen die Sucht unter den Mönchen sei bislang weitgehend erfolglos geblieben, da ranghöhere Geistliche das Problem aus Furcht vor Rufschädigung vielfach ignorierten und sich einer Zusammenarbeit mit den Behörden verweigerten, hieß es in dem Bericht.

Im Buddhistenkloster Wat Tham Krabok, dem mutmaßlich erfolgreichsten Rehabilitationszentrum für Heroinsüchtige in Südostasien, hat demnach jeder zweite Mönch früher selbst gefixt. Die Regeln im Kloster, 150 Kilometer von Bangkok entfernt, sind brutal: 15 Stunden täglich beten und arbeiten, nur eine Mahlzeit am Tag.

28.3.2001 08:33

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