Donnerstag, 29. März 2001

Überschuldung nach hohen Investitionen

Gegen die Sulzegger Heil- und Mineralwasser Gesellschaft mbH. ist am Donnerstag auf Gläubigerantrag der Konkurs eröffnet worden. Überschuldung: 10,3 Mill. S (0,75 Mill. Euro).

Nach der Antragsstellung hat das Unternehmen intensiv mit Beteiligungsinteressenten verhandelt, die sich jedoch nunmehr zerschlagen haben.

Im Unternehmen waren zuletzt 25 Dienstnehmer beschäftigt. Einem Vermögensstatus zufolge, der vom Unternehmen selbst erstellt wurde, betragen die Passiva 62,6 Mill. S, die Aktiva 52,3 Mill. S. Tatsächlich dürften sich laut AKV die Verbindlichkeiten jedoch noch erhöhen, da mögliche Schadenersatzforderungen von Leasinggebern noch nicht berücksichtigt sind.

Zu hohe Investitionen, zu geringe Umsätze
Das im Jahr 1975 gegründete Unternehmen wurde im Jahr 1998 von Christian Wieser und Gerald Fleck übernommen, wobei nach Übernahme des Unternehmens im Jahr 1999 Investitionen in der Größenordnung von rund 40 Mill. S vorgenommen wurden. Während sich das Unternehmen ursprünglich auf die Förderung, Abfüllung und den Vertrieb von Mineralwasser konzentrierte, wurde nach Übernahme die Produktpalette vor allem um Limonaden und Fruchtgetränke erweitert.

Die in diesem Zusammenhang getätigten Investitionen wurden vorwiegend kredit- bzw. leasingfinanziert. Die Rückführung des Fremdkapitals konnte nicht mehr erfolgen, da die Umsatzprognosen nicht erreicht wurden. Nach der Einschätzung des Kreditorenverbandes dürfte im letzten Wirtschaftsjahr anstatt der angepeilten Umsatzerlöse von rund 90 Mill. S lediglich ein Umsatz zwischen 50 und 60 Mill. S erzielt worden sein.

Im Rahmen des Konkursverfahrens wird man nunmehr bemüht sein, die Vertragsverhandlungen mit Kauf- und Beteiligungsinteressenten neuerlich aufzunehmen. Laut KSV wäre eine Sanierung durch Zwangsausgleich möglich.

29.3.2001 21:33