EZB-Beschluss drückt Euro

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Leitzinsen unverändert. Dies teilte die EZB nach den Beratungen der Währungshüter am Donnerstag in Frankfurt mit. Damit liegt der wichtigste Leitzins für die zwölf Euro-Länder weiterhin bei 4,75 Prozent.
In der Kreditwirtschaft war zu diesem Zeitpunkt auch nicht mit einer Zinssenkung gerechnet worden. Diese wird aber für Anfang April erwartet. Neben den eingetrübten
Konjunkturaussichten auch in "Euroland" nennen die führenden Volkswirte auch den allgemeinen Erwartungsdruck auf die EZB als Grund für einen bevorstehenden Zinsschritt.
Volkswirte halten eine Zinssenkung wegen des nachlassenden Wachstums in der Euro-Zone inzwischen für angebracht. Führende EZB-Vertreter hatten vor kurzem Besorgnis über das Wachstum in der Euro-Zone erkennen lassen und die Inflationsgefahren als ausgeglichener bezeichnet.
EZB-Beschluss drückt Euro
Der Euro geriet nach dem EZB-Beschluss weiter unter Druck und sackte auf ein Dreieinhalb-Monatstief unter 0,8830 Dollar ab. Am Morgen war der Euro bereits unter 0,8840 Dollar gefallen. Der Euro wird Händlern zufolge von der Aussicht belastet, die EZB könne die Zinsen zu spät senken und die Konjunktur im Sog der schwachen US-Konjunktur stärker abkühlen als erwartet.
Euro-Zinskorridor bleibt ebenfalls unverändert
Die Zentralbank, die nach ihrem Beschluss keine Pressekonferenz abhält, ließ auch den Zinskorridor für den Euro-Geldmarkt unverändert. Die Sätze dafür betragen weiterhin 3,75 Prozent für Übernacht-Einlagen von Geschäftsbanken bei der EZB (Einlagenfazilität) und 5,75 Prozent für Übernacht-Kredite (Spitzenrefinanzierungsfazilität).
Die Leitzinsen in der Euro-Zone sind seit Anfang Oktober 2000 unverändert. Zuvor hatte die Notenbank die Zinsen von November 1999 bis Oktober 2000 in sieben Schritten um insgesamt 2,25 Prozent nach oben geschleust, um dem Inflationsdruck durch den hohen Ölpreis und den schwachen Euro entgegenzuwirken.
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