Allianz und Dresdner: Übernahme muss abgesegnet werden

Die Deutsche Bank strebt eine Kooperation mit dem möglichem Finanzgiganten an. Zuvor muss der Zusammenschluss von Allianz und Dresdner allerdings von Brüssel abgesegnet werden.
Die Deutsche Bank will nach einer möglichen Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz mit dem neuen Konzern als Allfinanz-Partner zusammenarbeiten. Außerdem gebe es aber auch Gespräche mit dem französischen Versicherer AXA. "Mit dem neuen Konzern aus Allianz und Dresdner gibt es eine Fülle von Möglichkeiten zu Zusammenarbeit", so Vorstandschef Rolf Breuer.
Ein Fall für die Kartellbehörden
Die Allianz AG, München, und die Dresdner Bank AG, Frankfurt, müssen sich aller Voraussicht nach für ihren geplanten Finanzdienstleistungskonzern die Genehmigung aus Brüssel holen.
"Wenn es zu einem Deal kommt, gehe ich davon aus, dass er bei uns (für eine Genehmigung) angemeldet werden muss", sagte am Donnerstag die Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Zu etwaigen Vorgesprächen der Unternehmen mit der EU-Kommission wollte sie sich ebensowenig äußern wie zu den Aussichten einer EU-Genehmigung für das Vorhaben.
Kurssturz nach Übernahmegerüchten
Angesichts der immer konkreteren Spekulationen um eine Übernahme der Dresdner Bank ist der Aktienkurs der Allianz am Donnerstag weiter gefallen. Die Analysten halten den angeblichen Preis von 22 Milliarden Euro für zu hoch.
Das Papier verlor am Morgen an der Frankfurter Börse zwischenzeitlich fünf Prozent auf 303 Euro und fiel damit auf den tiefsten Stand seit Ende 1999.
Die Dresdner-Bank-Aktie konnte dagegen weiter leicht auf 49,50 Euro zulegen. Bereits am Vorabend hatte der Allianz-Kurs nach Bekanntwerden der Spekulationen um über sechs Prozent nachgegeben, während die Dresdner Bank um mehr als sieben Prozent nach oben sprang. Auch die Aktie der HypoVereinsbank profitierte von dem angeblich geplanten Dreieckstausch. Das Papier legte um fast drei Prozent zu und war damit zunächst größter Gewinner im Börsenbarometer Dax.
Kritiker: "Übernahme wäre negativ für die Märkte"
Analysten äußerten sich überrascht und überwiegend skeptisch zu dem Übernahmevorhaben. "Es kommt schneller, als ich gedacht habe, das ist natürlich ein Hammer", sagte WestLB-Bankanalyst Georg Kanders. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Allianz langfristig Interesse am Investmentbanking der Dresdner habe. "In erster Linie zählt für die Allianz die Vermögensverwaltung und die Vertriebsschiene über die Filialen der Dresdner." Langfristig könne ein kombinierter Bank- und Versicherungskonzern jedoch sinnvoll sein.
Ein Analyst, der nicht genannt werden wollte, sagte, eine Übernahme passe gar nicht in die Strategie der Allianz, die immer nur von der Eröffnung neuer Vertriebswege für ihre Versicherungsprodukte und nicht gleich von der Übernahme einer ganzen Bank gesprochen habe. In Deutschland gebe es auch gar nicht die Struktur bei den Aufsichtsbehörden für einen solchen Mischkonzern. "Das würde von den Märkten massiv negativ aufgenommen werden, und das weiß die Allianz", sagte der Analyst.
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