Mittwoch, 28. März 2001

CeBit schließt ihre Pforten

Am letzten Tag der Cebit zieht Messechef Hubert Lange Bilanz: Alles im grünen Bereich. Schön für die Besucher: Obwohl es noch nie so leer war auf der Cebit, purzelte erneut der Besucherrekord. Muss wohl an der Vergrößerung des Messegeländes liegen.

Die "weltgrößte Computermesse" Cebit geht ihrem Ende entgegen - und hat auch in diesem Jahr Rekorde zu vermelden: 830.000 Besucher drängten sich diesmal nicht durch die Gänge, sondern fanden selbst an den "Publikumstagen" genügend Beinfreiheit. Obwohl man im letzten Jahr den Eindruck bekommen konnte, dass man mehr Menschen auf so wenig Raum nicht versammeln könne, gelang genau das der Cebit: Die stolze Messegesellschaft zählte ebenfalls stolze 50.000 Besucher mehr als im letzten Jahr.

Vor Ort konnte und musste man einen anderen Eindruck gewinnen: Es schien längst nicht so voll wie in den letzten Jahren. Expo-Gelände sei Dank?

Tatsächlich war die Cebit in diesem Jahr die flächenmäßig größte aller Zeiten. Da verläuft sich so einiges.

Messe-Chef Hubert Lange findet jedenfalls nur Gründe zum Jubeln: Bessere Besucherbilanz, gestiegene Bedeutung - und Hoffnungssignal für die ganze Branche. "Eine große Zahl von Aktionären hat sich - häufig unmittelbar bei den Geschäftsleitungen - über die Perspektiven der Unternehmen Informiert", sagte Lange. "Die Branche boomt. Die Cebit 2001 hat grünes Licht für steigende Börsenkurse gegeben."

Die meisten ausstellenden Telekommunikations- und IT-Unternehmen hätten sich optimistisch über ihre Zukunftserwartungen geäußert. Von Pessimismus auf Grund der niedrigen Kurse an der Börse könne keine Rede sein. "46 Prozent der Kunden sind mit der Absicht, konkrete Investitionsentscheidungen zu treffen, nach Hannover gekommen", sagte Lange.

Prognose für das nächste Jahr: Noch größer, besser, toller, prominenter besetzt, erfolgreicher, bedeutender ...

Besonders erfreut zeigte sich Lange über die gestiegene Zahl ausländischer Besucher. In diesem Jahr seien rund 20.000 mehr ausländische Gäste auf dem ehemaligen Expo-Gelände in Hannover gewesen als vergangenes Jahr. Vor allem aus Fernost seien wesentlich mehr Besucher gekommen. Darüber hinaus spreche sich die Bedeutung der Cebit inzwischen auch in den USA herum. "Für das kommende Jahr hat sich Microsoft-Chef Steve Ballmer angekündigt", sagte Lange. Während die Comdex in Las Vegas von Mal zu Mal an Bedeutung verliere, werde die Cebit immer größer.

Auch im deutschen Vergleich bleibt die Cebit nach Meinung Langes die unangefochtene Nummer eins der IT-Messen. Die Ausstellungsfläche sei etwa viermal so groß wie bei der Systems in München. Außerdem nehme der Anteil professioneller Besucher seit Jahren zu. "In diesem Jahr sind 88 Prozent der Gäste Fachbesucher", so der Cebit-Chef. Mit 13.000 akkreditierten Journalisten sei die Cebit zudem eines der weltweit größten Medienereignisse.

Das Cebit-Thema Nummer 1: M-Commerce
Doch während alle Zahlen für Lange sprechen, entscheidet sich die Bedeutung der Cebit mittelfristig an ihren Themen. Die Comdex setzt in dieser Hinsicht Jahr für Jahr Akzente - der Cebit gelingt das nur selten. Diskutiert haben Lange zufolge Aussteller und Besucher in diesem Jahr vor allem über den M-Commerce, also das Angebot von Waren und Dienstleistungen über die Mobilfunknetze, und die neue Generation der Mobilkommunikation. Ohne Zweifel ein In-Thema: Die Industrie drängt es, den Themenkomplex öffentlich zu machen. Das war auch im Falle "Wap" nicht anders. Doch das In-Thema der Cebit 2000 war binnen weniger Wochen nach Messeschluss vom Tisch. Anders als in diesem Jahr?

28.3.2001 15:32