Mittwoch, 28. März 2001

Mitarbeiter sollen freiwillig gehen

Der amerikanische Unterhaltungskonzern Disney wird weltweit drei Prozent seiner Mitarbeiter entlassen. Es ist der erste große Kahlschlag seit den 70er Jahren.

Mit dem Arbeitsplatzabbau reagiere das Unternehmen auf die weltweite Wirtschaftsflaute, erklärte Vorstandschef Michael Eisner am Dienstag in einer Mitteilung an die Beschäftigten. Die Entscheidung sei "schwierig, aber notwendig". Der Konzern erhofft sich Einsparungen von 350 bis 400 Millionen Dollar.

Durch finanzielle Anreize in Höhe von insgesamt 250 Millionen Dollar will das Unternehmen zunächst Freiwillige finden, die ihren Arbeitsplatz aufgeben. Sollten nicht genügend Mitarbeiter freiwillig ausscheiden, werde es zu Entlassungen kommen, sagte Disney-Sprecher John Dreyer nach Börsenschluss in New York. Weltweit hat Disney 120.000 Mitarbeiter.

Laut Dreyer ist es das erste Mal in der Geschichte des Konzerns, dass quer durch alle Unternehmensbereiche gekürzt wird. Zuletzt hatte es eine Massenentlassung in den 70er Jahren gegeben: Damals mussten 1700 Mitarbeiter gehen. Disney gehören unter anderem der US-Fernsehsender ABC und der Sportsender ESPN.

Im Januar hatte Disney bereits die Schließung seines Internet-Portals Go.com angekündigt und in der Folge über 500 Stellen gestrichen. Im größten Themenpark, Disney World in Orlando/Florida, gilt ein Einstellungsstopp. Und auch die Disney Filmstudios hätten ihre Produktion fast bis auf Null zurückgefahren, sagte ein Analyst zur "New York Times".

28.3.2001 08:21